Donnerstag, 7. April 2011

Gleichberechtigung

Ich habe heute morgen einen Artikel in der Berliner Zeitung gelesen, der sich auf die neue Platzmeisterin (offizielle Bezeichnung: Leiterin des Plenar - und Ausschussassistenzdienstes) des Bundestags bezieht.

Zum ersten Mal, das eine Frau diesen Posten innehat.

Und unglaublich: jetzt muss doch tatsächlich die Kleiderverordnung geändert werden, da bisher zu Frack und dunkler Hose eine weiße Weste getragen wurde - also etwas, das landläufig als männliche Kleidung definiert wird. Nach dem Artikel in der Berliner Zeitung beschäftigt sich nun eine Designerin und die Vorschriftenschreiber des Bundestags mit der Kleidungsvorschrift für die Platzmeisterin. Da hat wohl jemand "so" geschriehen. (Wer "so" sagt, hat noch Kapazitäten frei!)

Kleiderordnung der Bediensteten im Bundestag - man könnte glauben, das diese Idee richtig ist. Möglicherweise ist es das.

Aber ist es wirklich noch zeitgemäß, Frauen vorzuschreiben, dass sie selbst im Hochsommer Strumpfhosen zu tragen haben? Man möge mir bitte den Unterschied zwischen einer Strumpfhose mit 15den und dem nackten Bein erläutern. Sieht man das?
Dient die Strumpfhose dazu, den Herren den Blick auf Krampfadern zu ersparen? Oder dazu, dass nicht eben in irgendwelchen Besenkammern Dinge geschehen, die mit Strumpfhosen nicht (so schnell) passieren können? Soll es den Frauen Erleichterung verschaffen, weil manches nicht korrekt rasierte Haar überspielt wird? Verhindert es Schweißfüße in den geschlossenen Schuhen, die zu tragen sind?

Wozu genau dient diese Regel?
Wer es mir erklären kann, meldet sich bitte.

Neben den Kleidungsproblemen der Angestellte im Bundestag wird -nebenher- in dem Artikel noch auf die Inhalte der Arbeit eingegangen und vor allem wird betont, wie dienstbeflissen die fleissigen Bienchen der Saaldiener sind. Da wird berichtet vom Schattendasein der Saaldiener, und gemeinsam gelacht wird mit Abgeordneten nur, wenn diese die Initiative ergreifen.

Mir wird schlecht.

Diskretion, gepflegtes Auftreten und natürlich der Aufgabe angemessenes Verhalten ist das Eine.

Unterwürfig kratzfüssige Verhaltensweisen gegenüber Volksvertretern ist das Andere.

Was bei mir nach dem Lesen dieses Artikels übrig bleibt, ist folgendes:

1989 traten die ersten Frauen ihren Dienst im Bundestag an. Inzwischen sind sie die Mehrheit und die beamtenrechtlichen Vorteile sind abgeschafft.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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