Mittwoch, 22. Juni 2011

Wenn das Kind mal nicht da ist

dann fehlt einem etwas. Sagen alle Eltern, auch wenn sie den temporären kinderlosen Zustand sehr genießen können.

Aber was man auch tut, im Hintergrund ist ein Gefühl, wie ein steter Wassertropfen, ein nervender Zustand, mitunter nicht feststellbar, woher dieses Gefühl kommt. Ein Gefühl von: irgendetwas ist ungewöhnlich.


Ich kenne das aus anderen Situationen. Da fährt man über eine Kreuzung und irgendwas kam einem komisch vor, ohne das man "den Finger drauflegen" kann. Wenn man dann auf der Kreuzung mit dem anderen Auto zusammenknallt, dann weiß man, was komisch war: die Ampel war rot.....

So sitze ich an meinem Schreibtisch, der vollgemüllt ist mit Schriftstücken. Einem Roman, der endlich bis Druckreife bearbeitet werden will, die Planung für die zukünftige Geschäftsausrichtung und die Verpflichtung, mich bis Ende der Woche um ein gutes Stück mit meiner Geschichte um den Bergzwerg Louis weiterentwickelt zu haben.

Und nichts geht.

Mir fehlt das Hintergrundrauschen. Das, was einen an normalen Tagen mitunter zur Weißglut treiben kann, das, was das "Kind sein" ausmacht.
Lautstärke, Unbekümmertheit, die Unbedachtheit der Handlungen und das Leben in einer eigenen Welt, die ausschließt, das man daran denkt, sich die Zähne zu putzen, sich beim Frühstück nicht auf die frischen Klamotten zu bekleckern und sich rechtzeitig auf den Weg zu machen und damit hilft, das Zeitmanagement der Eltern zu unterstützen.

So fängt der Tag für Mama und Kind mit Stress an. Stress, den man sich sparen könnte, wenn man sein erwachsenes Hirn rechtzeitig anschalten würde:
Kinder leben in einer zeitlosen Welt. Kinder leben jetzt und hier.
Und auch Erwachsene haben Tage, an denen sie sich dauernd bekleckern, ihnen alles aus der Hand fällt und sie Termine verbummeln.

Sie können sich bloß besser rausreden.

bis dahin, liebe Grüße, Sia

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