Dienstag, 19. Juli 2011

Kennen Sie Elena?

Elena, das ist das "Elektronische Verfahren zum Einkommensnachweis". Sie haben noch nie davon gehört? Dann sind Sie aus dem Schneider. Machen Sie sich keine Gedanken, Sie brauchen sich nicht weiter damit zu befassen.

Sie kennen Elena?
Tja. Dann tut es mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie sich ab sofort darüber ärgern dürfen, dass Millionen Euro im virtuellen Orkus versenkt wurden. Aus. Vorbei mit der Dame Elena. Es wird ein neues, unbürokratisches Verfahren entwickelt. Nein, zu den Kosten kann man noch nichts sagen. Aber es wird günstiger als Elena war. Bestimmt.


Die Datenkrake Elena wird ausgehungert, die bestehenden Daten werden gelöscht - so behauptet man.
Meine Datenkrake habe ich heute morgen in die Schranken verwiesen und jede Menge bestehende Daten gelöscht. Die Löschung erfolgt manuell. Ansetzen beider Hände am oberen Ende des Schriftstückes und unter Ausübung kräftigen gegenläufigen Zuges wird der Inhalt des Datenblattes unlesbar. Man kann das sehr häufig wiederholen, bis ganz kleine Fetzen vor einem liegen.
Die Entsorgung findet dann im 4 Wochen Rhythmus statt. Ein großes Müllauto steht in unserer Straße und holt den Papiermüll ab.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich mein Nachbar meinen Mülleimer schnappt und versucht, die vorhandenen Papierschnipsel zusammenzusetzen, um wesentliche Informationen über meinen Schriftverkehr zu erhalten, ist relativ gering.

Wie vernichtet man nun die Daten von Elena? Und wer vernichtet sie? Werden die Festplatten neu formatiert und mit sinnlosen Daten überschrieben, um die Inhalte zu löschen?
Was passiert vorher? Werden die elektronischen Daten mit denen der noch auf Papier vorhandenen Informationen abgeglichen?
Wer macht das? Und was passiert mit Datensätzen, die keinem Schriftlichen Ablauf zuzuordnen sind? Heißt das, die dort erfassten Informationen werden ersatzlos gelöscht? Und was passiert, wenn sich ein Arbeitgeber nicht korrekt verhalten hat und lediglich elektronische Daten weitergegeben hat? Ist man dann als Arbeitnehmer schlecht dran, weil man seine versicherungspflichtigen Zeiten und sein Entgelt nicht nachweisen kann? Motto: Nein, sie existieren in unserer Datenbank leider nicht mehr, ihre Daten wurden mit dem Tod von Elena begraben. Wir können Ihnen ihre Rente nicht berechnen.
Für mich entstehen mit der Aussage "die vorhandenen Daten werden gelöscht" nur neue Unwägbarkeiten.

Und ganz zum Schluss stellt sich mir die Frage, die mich seit der Entwicklung und Einsetzung von Elena am allermeisten umtreibt: Was macht eigentlich unser oberster Datenschützer?

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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