Donnerstag, 11. August 2011

Noch´n Buch

von meinem Nachtisch. Aber diesmal keine Empfehlung, es ist eher ein Ärgernis.



Wie soll ich denn eine Protagonistin (Karrierefrau) ernst nehmen, die sich zum aufmöbeln ihres untergehenden Sterns am Seifenoper-Autorenhimmel unter den Tisch eines Edel-Cateres verzieht und dort versucht, den Dackel einer Anwesenden zum Fressen der Mousse au Chocolat zu verführen, der aber nicht will - weil er allergisch auf Schokolade reagiert und sich dabei auch noch erwischen lässt? Und das alles nur, um die Hundebesitzerin vor anderen Gästen zu blamieren? 

Der Sachverhalt an sich hat Witz (wobei meine knappe Zusammenfassung mehr Witz als die Szene im Buch hat), aber es ist so schrecklich unglaubwürdig. Nicht mal die durchgeknallteste Therapeuten-Schülerin, die ich während meines Dozentendaseins unterrichtet habe, wäre auf so eine Schwachsinnsidee gekommen - und das, obwohl sie wirklich durchgeknallt war.

Nein, ich möchte wirklich die Protagonisten eines Buches ernst nehmen können. Dass sie verrückte Dinge erleben, ist völlig o.k. Ich habe nichts gegen Zeitmaschinen, Wanderungen durch Steine oder tote Ur-Omas, die einen Bilderraub aufklären. Wenn ihre Handlungsweisen stimmig sind.
Aber nicht, dass sie sich selbst lächerlich machen müssen, nur weil der Autor die Szene so nett findet.
Wie ist denn der Charakter von Charlotte angelegt? Eine Karrierefrau ist ehrgeizig, hat Biss, Durchsetzungsvermögen und kauert sicherlich nicht in Erwartung einer sprühenden kreativen Idee unter einem Tisch. Auch nicht, wenn ihr Stern am sinken ist. Eigentlich gerade dann nicht.
Ich habe überhaupt keinen Zugriff auf die innere Haltung dieser Frau gewinnen können - obwohl das Buch aus der "Ich-Perspektive" geschrieben ist. Und da liegt vielleicht der Hase im Pfeffer - das Buch hat ein Mann geschrieben.

Mir hat es - entgegen der meisten Rezensionen auf A***** nicht gefallen. Ich quäle mich seit Tagen auf der Seite 71 rum. Und das Buch hat 317 Seiten. Der Autor arbeitet fürs Fernsehen. Vielleicht sollte er besser dabei bleiben.
Oder es liegt an mir. Ich bin nicht in seiner Zielgruppe. Jenseits der 16 und einen IQ über 100...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare werden moderiert. Ich dulde keine sexistischen, diffamierenden oder beleidigende Kommentare.