Donnerstag, 22. September 2011

Grammatik

ist schwer.

Gestern habe ich mit meinen Lektorinnen zusammengesessen und habe ein paar Probleme in der Rechtschreibung und grammatikalische Fehler besprochen, als die Sprache auf die Redewendung: "ich habe zuhause noch etwas rumzustehen" kam.

Ich bin Hessin (im Exil ;-) )
Für mich klingt diese Redewendung absolut schräg und ich klassifizierte es als Berliner "Slang". Was meine Umgebung genauso absolut verneinte und der festen Überzeugung ist, es sei eine grammatikalische richtige Formulierung.

Jetzt befasse ich mich ja sozusagen beruflich mit Sprache und schriftsprachlichen Ausdrucksweisen. Es hat mir keine Ruhe gelassen. Obwohl sich meine grammatikalischen Fähigkeiten zu meinem Leidwesen auf ein "Bauch-Gefühl" reduzieren lassen, habe ich ein Ohr für Sprachklang, und für mich klingt dieser Satz einfach schräg.
Der Duden hat mir bei der Beantwortung der Frage, ob der Ausdruck korrekt ist, nicht weiterhelfen können. Ich habe in Ermangelung anderer verlässlicher Quellen in einem Schriftstellerforum nachgefragt, wie die Zunft diesen sprachlichen Ausdruck versteht.
Einig ist man sich insofern, dass es eine regionale Sprachwendung ist und im normalen Hochdeutsch nicht verwendet wird. So sehe ich das ebenfalls. Genauso wie der Gebrauch von "umzu" im Bremer Raum, das für "rundherum" verwendet wird: Bremen und umzu heißt Bremen und um Bremen herum.

Aber was mir sehr gefallen hat, war der weitere Verlauf der Diskussion. Mein Beispielsatz war:

Ich habe zuhause noch eine Tüte rumstehen.

Der Berliner macht daraus dann wohl:
Ich habe zuhause noch eine Tüte rumzustehen.

Der Schwabe, habe ich gelernt, hat zuhause noch "eine Tüte rumfahren" und der Münsteraner hat die Tüte "rumfliegen".

Die dynamischen Zustände einer Tüte in Deutschland. Wie schön ist doch Sprache!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia


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