Dienstag, 18. Oktober 2011

Deutsch - gar grausige Grammatik!

Nachdem mein Mann mein Buch gelesen hatte, habe ich mit ihm telefoniert und ihn vorsichtig gefragt, wie er es denn findet.

Er sagte, er sei erstaunt, wie flüssig es sich liest. Und das es humorvoll ist. Spannung hat. Und jede Menge Fehler.

Sie können sich vorstellen, bei den ersten beschreibenden Sätzen war ich entzückt. Ein Mann, der ein Frauenbuch liest und es nicht angewidert zur Seite legt, sondern es flott weglesen kann. Das sagte er nämlich auch: er hätte zwischendurch die Lektoratsaufgabe vergessen und nur so vor sich hingelesen.
Schön!

Was will man mehr?
Natürlich: keine Fehler! Jedenfalls nicht, wenn man schon tausendundeinmal korrigiert hat....

Er hat Zeitfehler ohne Ende gefunden. Und ich habe zwar ein Gefühl für sprachliche Ausdrucksweise, Beschreibungen und den Rhythmus einer Geschichte - aber auf der grammatikalischen Ebene bin ich blind, taub und völlig blöde, scheint mir.
Mir sind manche Fehler einfach nicht bewusst.
Wie schrecklich ist das denn? Eine Schreibende und kein Bewusstsein über Präsens, Perfekt, Futur I, Futur II?  Säße ich jetzt bei Herrn Jauch, könnte ich noch nichtmal sicher benennen, welche Unterschiede die Zeitformen Präsens und Perfekt haben.

Ich möchte ja immer gern lernen. Und wissen. Und deshalb quäle ich mich mit deutscher Grammatik. Lese Wiki. Habe mir ein Grammatik-Buch auf die Wunschliste gesetzt. Und werde es bestimmt ansatzweise irgendwann begriffen haben. Jedenfalls dann, wenn ich mich täglich damit beschäftige. In Wiki handelt ein Abschnitt vom doppelten Perfekt. Ich möchte Ihnen diesen Abschnitt nicht vorenthalten:

Doppeltes Perfekt („Ich habe ihm geschrieben gehabt“), Doppeltes Plusquamperfekt („Ich hatte ihm geschrieben gehabt“ und Futur III („ich werde ihm geschrieben gehabt haben“); das Doppelte Perfekt ist im Süden des deutschen Sprachraums entstanden, um Vorzeitigkeit auszudrücken, wenn im Perfekt erzählt wird.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grammatik

Das Ding mit dem doppelten Plusquamperfekt habe ich trotz mehrfachem Lesen nicht kapiert. Wann sollte man denn eine so verschachtelte Kombination sinnvoll einsetzen?

Meine entsetzte Frage beantwortete mein Mann wie folgt:
Wenn Du heute erzählst, dass du morgen Abend beim Essen über ein Schreiben redest, dass du bereits nachmittags geschrieben hast -
das ist eine in die Zukunft gerichtete Aussage, über die dann in der Vergangenheit liegende Tatsache.

Ich hasse Grammatik. Leidenschaftlich. Schon immer und in jeder Sprache. Und der Hass wird mit jedem Zeitfehler, den ich in meinem Buch finde, größer. Grammatik ist ein Hasskäppchen. Ein grün-lila Hasskäppchen, mit Bommeln!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia




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