Montag, 17. Oktober 2011

Montag, der 17. Oktober.

Es ist sonnig und kühl. Die Vögel vor meinem Arbeitszimmer machen höllischen Lärm. Vermutlich müssen sie sich warm zwitschern.

Vor mir steht eine Kanne Kräutertee. Ich gebe zu, ich musste heftig mit mir ringen. Aber Kaffee kommt mir heute nur in homöopathischen Dosen in die Tasse. Mein Galle jault mich seit ein paar Tagen an. Die Urlaubs"diät" war zu kalorienreich und insgesamt zu fettig.
Also wird ab heute wieder ein gesünderes Leben angefangen. Nicht nur wegen der Hosen, die am Bund kneifen. Auch wegen der Galle. Die Nacht war geprägt von Schmerzen und allumfassender Übelkeit, die sich leider nicht mit abendlichem Kräutertee wegtrinken ließ. Auch die Wärmflasche half nicht. Und so habe ich heute Nacht gelitten, mit stillem Zorn auf meine Ernährungssünden und meine Unvernunft, und bin heute Morgen verschwitzt und erschöpft erwacht.

Aber da ja angeblich alles im Leben seinen Sinn hat, hatte ich in dieser Nacht Zeit, über Verschiedenes nachzudenken.
Ich habe mir, wie schon gesagt, eine gesündere Lebensweise für die nächsten Wochen verordnet. Und ich bin ein gutes Stück im Plot des neuen Romans weitergekommen.
Noch nicht schriftlich, sondern gedanklich, die erste Hürde, die ich nehmen muss. Ein paar schnelle handschriftliche Notizen und wenige erste Zeilen im Computer - damit ich einige wesentliche Details nicht vergesse.
Die Entwicklung der Protagonisten, deren Leben und Charakteristika nimmt gedanklich ihren Lauf. Und ich merke, dass ich Spaß am neuen Buch habe. Ich würde mich jetzt gern in die Küche setzen, an den Küchentisch und mir den Rechner schnappen, mit dem ich dann gern arbeite. So wie die letzten Monate vor der Fertigstellung des ersten Buches. In die Ferne schauen, ein paar Sätze schreiben, über die handelnden Personen nachdenken, sie mit Attributen ausstatten und ihnen nach Möglichkeit unverwechselbare Charaktereigenschaften zuordnen. Eben all das, was den kreativen Prozess ausmacht und die Erschaffung einer Geschichte so reizvoll macht.

So geht es mir immer, wenn ich blöden Routinekram erledigen muss. Ich habe kreative Schübe - alles, wirklich alles ist besser als Routinekram.... Der wartet schon erwartungsvoll neben mir, sabbernd und hechelnd wie ein Hund, dem ein Leckerli versprochen wurde.
Die Korrekturen, die mein Mann während meiner Abwesenheit vorgenommen hat, müssen eingearbeitet werden, da kann ich gedanklich noch so sehr mit dem zweiten Buch schwanger gehen: ohne die Fleißarbeit der Korrekturen kauft kein Mensch mein erstes Buch.

Und so leide ich an diesem Montag. An meiner Galle, an dem fehlenden Kaffee und der Tatsache, dass auch kreative Köpfe sich an Regeln der Grammatik halten müssen, wenn sie verstanden werden wollen.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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