Donnerstag, 27. Oktober 2011

Nebel

hängt über dem Ort. Dick und feist, wie eine Blase.

Wenn ich nicht Autofahren muss, dann liebe ich Nebel. Am schönsten ist er, wenn man in einem "richtigen" Wald unterwegs ist. Dann sind die Außengeräusche gedämpft und man läuft wie auf Wolken. Mystisch schön. Oder vielleicht doch eher ängstigend?
Ein Nachbar sagte heute Morgen spontan: der Nebel des Grauens. Und sofort stiegen in mir die Bilder dieses Films hoch und ein schauriges Gefühl machte sich in meinem Nacken breit. Schnell umdrehen.
Steht er schon hinter mir, der Seemann mit dem scharfen Säbel, bereit mich zu meucheln?
Nein. Es war nur mein Kind.
Die Papiere, die sich auf dem Küchentisch stapeln, sind es die, die sich gleich mit Blut befleckt selbst entzünden und in Rauch und Wasser zergehen?
Nein. Es ist nur der drohende Einkaufszettel, der mir sagt: Kaufe Süßigkeiten. In vier Tagen ist Halloween, und dann werden sie kommen, die bösen Geister. Nicht mit dem Säbel in der Hand, aber mit drohenden Gebärden, fürchterlichen Gesichtern und riesigen Tüten. Die, mit den nach Süßigkeiten gierenden Lippen, die einem entgegenbrüllen, sobald man die Tür geöffnet hat:
Gib uns Süßes, sonst gibts Saures!
Und ich werde ihnen und mir den Gefallen tun. Ich werde alle Süßigkeiten des Hauses verschenken. Sonst landen die doch nur wieder da, wo sie nichts zu suchen haben: auf meinen Hüften!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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