Montag, 14. November 2011

Eigentlich

sollte ich heute glücklich und zufrieden sein.

Meine gestrige Aktion war erfolgreich. Das Cover steht. Jedenfalls in der grundsätzlichen Form. Es braucht noch etwas Feinschliff, aber im Grundsatz hat sich dieses Problem nun endlich erledigt. Auch der Buchtitel steht. Selbst die Entscheidung für die Schriftart ist bereits gefallen. Aber:

Was nicht geht, ist der Klappentext hinten drauf. Sie erinnern sich? Ich hatte ihn schon mal eingestellt und mittlerweile finde ich ihn völlig daneben.
Gestern Abend habe ich auch noch eine wesentliche Änderung im Buch selbst vorgenommen. Ich habe gelöscht. Ich habe einen Absatz gelöscht, der an sich zwar völlig in Ordnung war, aber inhaltlich einfach nicht passte. Er war überflüssig. Er trug nichts zum Fortgang der Geschichte bei, er erläuterte keine Handlungsweisen - es war einfach das dröge Geschwätz einer sabbelnden Autorin.

Weg damit.

Ich bin dabei, zu optimieren. Die Druckkosten dürfen nicht außer acht gelassen werden, und Druckkosten orientieren sich nun mal an der Seitenanzahl des Buches.
Habe ich zu Beginn meiner schreibenden Tätigkeit noch immer gedacht, zwei geschriebene Seiten im Textprogramm ergeben ja "nur" eine Seite im Buch, kommt man ins Zweifeln, wenn man schreibt und schreibt und schreibt. Es sollte ja schließlich keine Kurzgeschichte werden, sondern eine ganzes Buch. Mit etwa 300 Seiten.

So, nun stehe ich da. Eine Normseite wird mit 1500 Zeichen berechnet. Mein Buch hat 781.507 Zeichen. inclusive Leerzeichen. Geteilt durch 1500 ergibt es einen Umfang von 522 (gerundet) Seiten.

Umpf. Da kann ich ruhig was streichen und stehe immer noch da, mit einem Buchblock, der alle Kostenstrukturen über den Haufen schmeißt. Wie kriege ich da noch 22 Seiten rausgestrichen?

Mein Kopf ist voll. Heute morgen bin ich mit einer Geschichte im Kopf erwacht, die sich gerade überhaupt nicht in mein Konzept einarbeiten lässt. Ich habe keine Zeit, mich um diese Geschichte zu kümmern. Das ist bitter.

Meine Pläne, einen Verlag zu gründen, stehen im Moment Kopf, weil ich nicht weiß, welche rechtlichen Konsequenzen es für mich hat. Und vor allem Finanzielle. Man wird mit einem Gewerbe Zwangsmitglied in der IHK. Will ich das? Was kostet mich das? Übersichtliche Kostenstrukturen habe ich auf der für mich zuständigen Internetseite leider nicht gefunden. Dienst am Kunden?
Heute ist kein guter Tag für mich. Mein Kopf brummt, mit allem was ich weiß, nicht weiß, wissen müsste und ich bin verunsichert in meinem Tun. Ich fühle den Takt der Uhr als mahnendes Zeichen, jetzt endlich in die Pötte zu kommen. Es hat fast den Anschein von Trennungsangst. Je weiter der Prozess der möglichen Buchveröffentlichung voranschreitet, um so unsicherer werde ich mit allem, was ich tue - oder geschrieben habe. Da hilft nur eins:

Ich werde mich jetzt hinsetzen und den Klappentext neu schreiben. Das ist eine zielorientierte, aber kreative Tätigkeit und ordnet (vielleicht) das hühnergleiche Gegackere in meinem Hirn.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia