Samstag, 12. November 2011

Gänsefüßchen

Ich habe ja noch einen Blogeintrag für heute versprochen.

Das Thema, dass mich gerade sehr beschäftigt, ist Buchsatz. Alles was dazu gehört.
Um mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, habe ich mir verschiedene Bücher angeschafft, unter anderem auch: "Buchsatz für Autoren", von Heinz W. Pahlke. Ein äußerst hilfreiches Buch.

Ich staune. Und ich lerne.
Schier Unglaubliches erfahre ich aus diesem Buch. Wussten Sie, dass die Gänsefüßchen, die man im normalen Schriftverkehr nutzt, nämlich die, die über der Ziffer 2 angeordnet sind, gar keine Gänsefüßchen sind?
Nein, es sind die Zeichen für Zoll (die Maßeinheit). Wo man die echten Gänsefüßchen findet? Das hängt vom verwendeten Schreibprogramm ab. Meistens unter den "Sonderzeichen".

Noch schlimmer finde ich die verschiedenen Sorten von waagrechten Strichen.
Es gibt den Bindestrich, den (etwas längeren) Gedankenstrich, das Minuszeichen und den langen Gedankenstrich, der glücklicherweise aber nur im Amerikanischen benutzt wird.

aus Wikipedia:

Das typografisch korrekte Minuszeichen ist identisch mit dem waagerechten Balken im Pluszeichen (+) und hat die gleiche Länge wie die beiden parallelen Linien des Gleichheitszeichens (=). Höhe, Breite und Position dieser Rechenzeichen sind auf das Aussehen der Ziffern Null bis Neun abgestimmt.
Der Bindestrich
(auch Trennstrich, Divis, Viertelgeviertstrich) dagegen ist deutlich kürzer und liegt tiefer als das Minuszeichen.
Der Gedankenstrich
(Halbgeviertstrich) hat zwar in vielen Schriftarten die gleiche Länge wie das Minuszeichen, liegt aber oft etwas tiefer.

Wie kompliziert kann man es machen?
Warum muss ein Unterschied zwischen einem Gedankenstrich und einem Bindestrich herrschen? Mir ist es nicht so klar. Dass ich einen Gedanken, den ich mit einem " - Entschuldigung. Erstens habe ich das Zollzeichen anstatt es Anführungszeichen und zweitens nicht der Gedankenstrich, sondern der Bindestrich benutzt.
Es ist Ihnen nicht aufgefallen? Nun, da geht es Ihnen wie mir. Vielleicht ist die Intension dieser Regelung, dass der Gedankenstrich die Wichtigkeit und Bedeutung, die ein eingeschobener Gedanke hat, durch seine etwas längere Strichführung unterstreicht.

Wenn Sie mich persönlich fragen: da wollte sich jemand wichtig machen. Wahrscheinlich ein Mann :-)

Ich werde im täglichen Schriftverkehr weiter die auf der Tastatur angeordneten "schmutzigen" Anführungszeichen nutzen. Sowohl die einfachen, als auch die doppelten. Der Apostroph soll sich nicht so anstellen. Ob er ein Accent aigu, ein Accent grave oder der Richtige ist (liegt auf der Raute-Taste) ist mir einfach wurscht.

Jedenfalls privat. Im Buch halte ich mich an die Regeln. Wenn ich sie begriffen habe und in meinem Schreibprogramm die ganzen spannenden Sonderzeichen entdeckt habe.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia