Dienstag, 1. November 2011

Gelüste

Ich könnte den ganzen Tag essen. Andauernd motzt mich mein Magen an, dass er Hunger hat. Oder er signalisiert, dass er sich nicht ganz wohl fühlt und ich interpretiere das als "Hunger".

Das nervt! Es nervt mich ohne Ende. Ich möchte endlich wieder in meine Hosen passen, ohne die Kneifzange beim Anziehen zu verwenden. Das hat meine Mutter früher immer gesagt: bei den Jeans, die so eng sitzen mussten. "Na, die kann man ja nur mit der Kneifzange anziehen!"
Eine meiner Freundinnen hat sich immer in die Badewanne gelegt und die Hose noch feucht angezogen. Die ist dann quasi als 2.Haut an ihr getrocknet. Manchmal hat sie sich ein bisschen trocken gefönt, aber meistens war die Hose noch klamm, wenn wir abends ausgegangen sind. Ausziehen konnte sie die Hose auch nur im Liegen. Und regelmäßig musste ihr mindestens eine(r) dabei helfen.

Bei mir ging das nicht. Wenn ich versuchte, mir eine so enge Jeans anzuziehen, brach mir regelmäßig der Schweiß aus. Und ich hatte immer die unterschwellige Angst, nie wieder allein aus dieser Hose zu kommen. In der Disco dringend auf die Toilette müssen und die Hose nicht runterkriegen? Ein Alptraum!
Allein schon deshalb waren die Jeans bei mir nie so knalleng, wie bei meinen Freundinnen. Außerdem waren meine Beine deutlich dicker. Bei einer Schulkameradin konnte ich sehen, wie blöde es aussah, wenn die Beine zu dick und die Hose zu eng war. So aussehen, das wollte ich nicht. Ich wollte auch nicht das merkwürdige Bewegungsmuster haben, dass man entwickelt, wenn man aufgrund der engen Hose die Beine nicht normal nach vorn bewegen kann. Dann muss man das Becken beim laufen mit drehen und schwingt das Bein über die Seite nach vorn. Dieser Gang sieht nach "zu dicker Frau in zu enger Hose" aus. Achten Sie mal drauf. Völlig bescheuert.

Ich werde meinen Magen jetzt auspolstern, damit das ständige Hungergefühl nachlässt. Heißen Tee, warme Suppen und jede Menge Möhren. Das knabbern an den Rüben verbraucht sowieso schon Kalorien, ist gut für die Augen und hilft mental, über den Verlust von Schokolade hinwegzukommen. Jedenfalls kurzfristig.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia


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