Mittwoch, 14. Dezember 2011

Update: Aufruf.

Das Leben ist ja manchmal besser als jeder Film.

Vor ein paar Wochen habe ich nette Kleidchen für einen dörflichen Event in einem Laden anprobiert - und fleißig Bilder von mir während der Anprobe an verschiedene Freundinnen geschickt ... um dann nach einiger Zeit festzustellen, dass eine der besagten Freundinnen zwei Kabinen weiter steht und ebenfalls nette Kleidchen anprobiert.

Wir reden hier von der Weltstadt Berlin.

Gut. Ich erwarte immer noch irgendwann in dieser Einkaufspassage die Konfrontation mit ehemaligen Nachbarn. Die früher in meinem heutigen Dunstkreis gewohnt haben, dann nach Norddeutschland in meine Nachbarschaft gezogen sind, aber ihre familiären Kontakte in Berlin noch regelmäßig pflegen. Ich weiß nicht, ob ich diese Familie erkennen können möchte. Ich gebe zu, ich habe immer ein bisschen Angst, dass sie mir unverhofft begegnen und mich erkennen. Über das, was diesem Erkennen folgen könnte, will ich nicht nachdenken.

Aber ich schweife ab.

Eigentlich schreibe ich, weil ich einkaufen war. Schon wieder. Und? Habe ich es nicht gesagt, gestern noch? Lasst die Kerle zu Hause.

Heute morgen beim einkaufen: Sie und Er vor dem Süßigkeitenregal. (Ich auch. Leider.)

Sie: "Warte mal, ich muss noch für .... und für ... was Süßes einkaufen."
Er: "Grummel, grummel, motz."
Sie:"Du kannst ja schonmal zum Obst gehen."
Er:"Grummel. Weiß nicht, was ich da einpacken soll."
Sie:"Vier Äpfel."
Er:"Grummel, grummel, motz."
Sie:"Pass auf deinen Wagen auf, du schiebst ihn gerade der jungen Frau in die Beine."
Er: "Warum steht die auch da?"
Sie:"Weil sie auch Süßigkeiten einkaufen will."
Er:"Muß die das jetzt machen?"

Die Frau und ich guckten uns an. Sprachlos. Und es trat ein: Das tiefe Einverständnis zwischen Frauen, dass sich urplötzlich einstellt, ungeachtet der Nationalität, des Alters oder des gesellschaftlichen Hintergrundes.

Ich schwöre. Die Frau war jenseits der 65. Sie hätte mich erkannt, wenn sie meinen Blog gelesen hätte. Hat sie aber gewiss nicht.

Sie drehte sich um und warf mir noch einen wissenden Blick über die Schulter zu. Mit der Bemerkung: "Männer sollte man vor Weihnachten nicht mit zum einkaufen nehmen!" ging sie dann ihrer Wege.

Sie hat ja so Recht!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia