Dienstag, 17. Januar 2012

Das Unwort des Jahres

ist "Döner-Morde".

Was für eine Wortkonstruktion. Allein schon die Überlegung, das Döner ermordet werden können, ist ein Unding. Die armen Döner sind schon tot, wenn sie auf den Spieß gesteckt werden. Allerdings ist die Wortschöpfung "Un-Wort" genauso ein merkwürdiges Konstrukt, wie "Döner-Morde".

Ich habe kein persönliches Unwort oder Wort des Jahres. Aber ich habe eine neue Maßeinheit - seit Dezember letzten Jahres:
Die Entfernung zwischen zwei Fettnäpfchen wird mit einem "Wulff" ausgemessen.
Diese geniale Schöpfung ist leider nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich weiß nicht mehr, in welchen Tiefen des Internets ich diesen Hinweis gefunden habe, aber er hat mich nachhaltig beeindruckt.
Momentan liest man ja eher wenig über den Herrn Bundespräsidenten. Das wird ihn sicherlich in seiner konsequenten Dauer-Aussitzhaltung bestärken. Andere Menschen haben soviel Sitzfleisch nur auf dem Klo. Und was kommt dabei raus? Genau: Sch****

Können Sie diesen Mann noch ernstnehmen? Ich nicht. Den Schnipsel aus einer Rede von ihm möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Das folgende Zitat ist ein Ausschnitt aus einer Rede des Bundespräsidenten, gehalten am 17. September anlässlich des 3. ver.di-Bundeskongress  (Link zur vollständigen Rede)


Zitat: ... Darin steckt sozialer Sprengstoff. Denn es ist ein menschliches Urbedürfnis, dass es fair zugeht. Man will in einer Familie, man will in einer Gemeinde, man will in einer Gruppe, auch in einer Gewerkschaft, dass es insgesamt fair zugeht. Man lässt nicht zu, dass es zu viele Trittbrettfahrer zu Lasten des Ganzen gibt. Es ist Konsens in unserem Land, dass es kein Missverhältnis von Leistung zu Gegenleistung geben darf. Aber es gibt manche, die haften für nichts, erhalten aber Gelder, als würden sie persönlich haften. Und es gibt andere, die haften ganz persönlich für Leben und Tod von Menschen und erhalten dafür tagtäglich zu wenig Anerkennung. Es ist bedrückend, dass es Gruppen in unserer Gesellschaft gibt, die den Eindruck vermitteln, in abgehobenen Parallelwelten zu leben. Und die ihre Ansprüche aus einer vermeintlich hohen Leistung ableiten, die am Ende keine ist und der gesamten Volkswirtschaft schadet.
Wer zur Elite eines Landes gehören will, muss Vorbildfunktion und auch Verantwortung übernehmen – ohne Wenn und Aber. ... Zitatende

Ich bin ohne Worte, wenn ich so etwas lese. Aber Heinrich Heine (Deutschland. Ein Wintermärchen) fällt mir ein: Wasser predigen und Wein saufen!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia