Donnerstag, 2. Februar 2012

Der Quell steten Ärgernisses

ist meine Gemeindeverwaltung.

Auch wenn ich vor noch nicht allzu langer Zeit beschlossen hatte, diesen Ärger nicht im Blog zu verarbeiten. Tut mir leid, ich sitze hier und kann nicht anders.

Die Verwaltung der Gemeinde, in der ich lebe, ist rückständig, unflexibel und unfreundlich. 
Neben allgemeinen Dingen wie Öffnungszeiten, die sich eher an den privaten Lebensgewohnheiten der Mitarbeiter, als an Bedürfnissen der Bürger, für die sie eigentlich arbeiten, orientieren, gibt es dann noch die sehr speziellen Mitarbeiter.
Die beantworten dann freundlich lächelnde Nachfragen mit einem knurrigen "Nein. Geht nicht. Ist zu heute." 
Wohlgemerkt, nachdem man mit dem zuständigen Sachbearbeiter telefoniert hat und angekündigt hat, dass man eben vorbeikommt um den Sachverhalt persönlich zu klären.

Vorgestern hatte ich einen Brief abzugeben. Wie lange die inhaltliche Bearbeitung dauert, war mir eigentlich schnurz. Aber es ging um eine Kündigung und da bin ich immer ein bisschen komisch. Ich wollte also eine Eingangsbestätigung. Nur das. Mehr nicht.

Ich habe über eine halbe Stunde warten müssen. Nicht weil es so voll war. Nein. Aber an der Rezeption ist man nicht im Stande, einen Brief entgegenzunehmen, ihn als "Eingegangen am: ....." zu quittieren und dann über die Poststelle im Haus weiterzuleiten. Da wird man dann durchs Haus geschickt, weil nur das Dezernat, an die der Brief gerichtet ist, den Eingang quittieren kann. Und dort darf man sich dann in die Reihe der Wartenden einordnen. Leider sind die dann nicht mit einem Eingangsstempel bedient, sondern möchten inhaltliche Klärung bestimmter Sachverhalte. 

Fassungslose Sprachlosigkeit befällt mich dann. Meine Galle jammert plötzlich auf und ich frage mich, warum es in anderen Verwaltungen so einfach geht. Selbst andere Ämter des Landkreises sind völlig unproblematisch - zumindest was das Eingangsstempeln betrifft. Im Finanzamt steht die Dame sogar vom Schreibtisch auf, unterbricht das Schreiben ihres Phonodiktats und kommt die unglaublichen 6 Meter zur Theke, nur um mir freundlich lächelnd einen Eingangsstempel zu geben!

Ich habe in drei Bundesländern gelebt. Habe mindestens 7 unterschiedliche Gemeindeverwaltungen erlebt, vom dörflichen Rathaus bis zur Verwaltung einer Landeshauptstadt. 
So eine miserable Verwaltung wie die jetzige ist mir dabei noch nicht begegnet. Man soll den Ärger ja dahin tragen, wo er hingehört. Wenn meine tägliche Routinearbeiten erledigt sind, werde ich dem Bürgermeister schreiben. Vielleicht weiß er gar nicht, wie das Leben außerhalb von seiner Verwaltung funktioniert.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia