Mittwoch, 9. Mai 2012

Ich neige dazu,

wichtige Dinge meines Lebens in Träumen zu be- und verarbeiten. Vorzugsweise in Alpträumen. Heute Nacht wollte ich also meine Lesung starten. Ein Drama!

Es begann damit, dass ich eine Vorstandssitzung des evangelischen Gemeinderates (gibt es so etwas überhaupt?) sprengte, weil ich dumm mit meinem Buch, dem Laptop und einer Verlängerungsschnur in der Hand den Raum gestürmt habe - dort sollte eigentlich ein Tisch stehen, den ich holen wollte.
Ja, da standen Tische.  Sogar mehrere Tische. Dummerweise saßen Menschen daran, die offensichtlich höchst wichtige Dinge zu bereden hatten. 
Peimlich, wie mein Sohn zu sagen pflegt.
Dankbar habe ich die Hilfe zweier Frauen angenommen, die zwar nicht zuständig für mich waren, aber bemüht waren mir zu helfen. Der Pfarrer saß amüsiert in der Ecke und sagte nichts.
Der Raum, der für die Lesung vorgesehen war, war bis oben hin mit Weihnachtsdeko vollgestellt. Betreten des Raumes, oder sogar Stühle für die Veranstaltung zu stellen, war aussichtslos. Und mir wurde eine Flut unterschiedlicher Papiere vorgelegt, die ich unterschreiben sollte, weil ich mich doch für eine Deko entscheiden müsste. Der Raum müsste schließlich geschmückt werden. Mein Einwand, dass das unmöglich sei, weil die Veranstaltung bereits in einer Stunde beginnen solle, wurde freundlich ignoriert.
Die Tatsache, dass ich meinerseits erst eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung den Raum vorbereiten und Stühle stellen wollte, fand ich scheinbar normal ...

Derweil wurden die Menschenmenge vor der Tür (ja, ja, ich weiß. Menschenmenge ist Wunschdenken ...), die durch die Einladung über Facebook angezogen waren, immer größer und die ersten Ungeduldigen begannen zu randalieren. Nachbarn hatten derweil die Polizei gerufen, die versuchte, die Menge zu zerstreuen. Ich wurde von den Beamten aufs übelste ausgeschimpft. Schließlich wüsste man doch heutzutage, dass eine Einladung über Facebook katastrophale Folgen hätte. Und ich stand völlig fertig da, in den Händen noch immer das Buch, den Laptop und die Verlängerungsschnur ...

Ich war so froh, als der Wecker klingelte und mich aus diesem Alptraum erlöste!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia