Mittwoch, 11. Juli 2012

Ach, Frau Schröder!

Kaum ist man mal ein paar Tage weg, da machen Sie wieder Unsinn.
Hat es denn nicht gereicht, dass Sie dieses unselige Betreuungsgeld immer noch forcieren (aber sich dann bei der Abstimmung im Bundestag nicht blicken lassen - was wiederum tief blicken lässt ...) ?
Nein, jetzt müssen die Jugendlichen um acht ab ins Bett. Ach. Frau Schröder. Hören Sie mein tiefes Seufzen?

Wissen Sie, ich gestehe jedem Lernerfolge zu. Auch Ihnen. Und glauben Sie mir, wenn Sie erstmal durch die Trotzphase mit ihrem Kind gegangen sind, dann wird Ihnen manches klarer. Unter anderem könnte es sein, dass sie eine realistischere Vorstellung davon entwickeln, wie sich aus kleinen, renitenten Rotzbengeln (wahlweise Zimtzicken), die man bei akuten Trotzanfällen noch mit einer Hand am Hemdkragen hochheben und ins Bett stecken kann, große renitente, pubertierende Rotzbengel (#Zimtzicken) entwickeln. Die werden Sie auslachen und dann das Haus ohne ihr Zugeständnis verlassen, sollten Sie auf die schwachsinnige Idee kommen, die Jugendlichen um acht nach Hause zu beordern.

Kinder und Jugendliche, die saufen wollen, kommen an Alkohol, obwohl es untersagt ist, diesen an genau diese Zielgruppe zu verkaufen.
Glauben Sie denn wirklich ernsthaft, dass diese Jungen und Mädchen tatsächlich nur nach zwanzig Uhr trinken würden?
In Ihrer Vorstellungswelt wahrscheinlich, so muss man das jedenfalls annehmen. (Babys werden ja auch nur in Ehebetten gezeugt, oder?!)

Realität sieht anders aus. Aber wie gesagt, lassen Sie ihr Kind mal trotzig werden, dann relativieren Sie ihre Ansichten sicherlich. Denn dann werden Sie lernen (müssen), dass zwischen theoretischen Erziehungsvorstellungen einerseits und der Realität andererseits Welten liegen.
Jugendliche in der Pubertät sind auf das ausloten von Grenzen aus. Persönlicher Grenzen, aber auch gesellschaftlicher Grenzen. Eine Ausgangssperre ab acht Uhr wäre doch der ideale Ausgangspunkt, um Rebellion zu zeigen. Und dann krönt man seinen Ausreißversuch noch mit Alkoholgenuss. Wenn man sowieso schon illegal unterwegs ist.

Ach Frau Schröder.

Gut. Normalerweise könnte man das auch so wissen, also das mit den Verboten, die Jugendliche besonders reizen. Und dem Widerstand, den man als Pubertierender gegen alles hat, was Normen und Regeln angeht.
Aber was schreibe ich. Manche haben eben genügend Intelligenz und Vorstellungskraft. Andere müssen sich die Dinge eben hart erarbeiten. Und sich mit dummen Gesetzen lächerlich machen.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia