Donnerstag, 2. August 2012

Ach, Frau Schröder! (2)

Sie nutzen die Sommerpause, oder?

Nicht nur dieses unsägliche Ansinnen ihres Ministeriums, dass Jugendliche ab 20.00 Uhr Ausgehverbot bekommen sollen - wegen des Alkoholmissbrauchs, der natürlich nur in den Abendstunden stattfindet - Nein. Sie nutzen die Sommerzeit auch, um eine interne Standortbestimmung zu machen, nicht wahr?
Demokratie? Nur zu Ihrer Information, die Demokratie bedeutet auch, mit Andersdenkenden in einen Diskurs zu gehen. Sich auseinandersetzen mit abweichenden Haltungen. Ich zitiere mal aus Wikipedia:

"Demokratie sollte als organischer Prozess verstanden werden, der in der Öffentlichkeit stattfindet und dadurch eine pluralistische Meinungsbildung nährt. Zusammen mit dem damit zwingend einhergehenden Schutz von Grundrechten (etwa Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit) soll eine Eigendynamik zustande kommen und organisierte Interessengruppen entstehen, die Einfluss auf die Politik nehmen können."

Aber damit haben Sie es offensichtlich nicht so, gell, Frau Schröder? Also mit der pluralistischen Meinungsbildung. Jedenfalls nicht im eigenen Haus, wie es aussieht. Ist ja auch unbequem. So eine gestandene Frau wie Frau Welskop-Deffaa, die noch von der Vorgängerin ins Amt gehieft wurde, auszuhalten.
Besser vernetzt soll sie sein. Beliebter sowieso. Und eine hohe fachliche Kompetenz wird ihr nachgesagt. Blöd, wenn die Abteilungsleitung eines Ressorts innerhalb des Ministeriums ein höheres Ansehen genießt, als die Ministerin.

Liegt hier der wahre Kündigungsgrund? Oder hat Frau Welskop-Deffaa eine eigene Meinung geäußert zu diesem unsäglichen Kita-Fern-halte-Gesetz? Oder der Frauenquote?
Und mit der Öffentlichkeit hat es die Frau Ministerin offensichtlich auch nicht so. Denn warum die Abteilungsleiterin gefeuert wurde, möchte man nicht sagen. Würde wahrscheinlich auch nur unschöne Diskussionen geben. Man beruft sich einfach auf den Paragraf 54. Das ist eine außerordentliche Kündigung. Und laut Veröffentlichungen unterschiedlicher Presseorgane wurde auch Frau Welskop-Deffaa von der Entlassung überrascht.

Chapeau, Frau Schröder! Da ist Ihnen ein Sommercoup gelungen!

Wer hat nur dieses kleine Mädel in dieses Amt geschubst? Aus lauter Angst vor Konkurrenz im eigenen Haus wird da eine Beamtin mit 53 Jahren mal eben in den Ruhestand versetzt. Und Frau Schröder tut alles dafür, dass man weder sie, noch ihr Ministerium als irgendwie Richtungsweisend wahrnimmt. Es gibt keine wirklich neuen Impulse. Nur heiße gequirlte Luft und jede Menge Nonsens-Vorschläge, die kein normaler Mensch gutheißen kann.

Ach Frau Schröder. Still-Amnesie kann man Ihnen auch nicht mehr zugute halten.

Ich habe mal überlegt, wann wir das letzte Mal eine Familienministerin hatten, die so wenig Respekt vor ihrem Amt hat.
Ach ja. Mir fallen zwei ein: Angela Merkel (1991-1994) und Claudia Nolte (1994-1998)

Bis dahin, liebe Grüße, Sia