Donnerstag, 9. August 2012

Kontrolle

Bisher habe ich morgens nur oberflächlich kontrolliert, ob ich verfleckte, eingerissene oder sonstige Kleidungsmakel habe.
Seit Montag weiß ich, dass ich mehr zu kontrollieren habe:
Fällt Ihnen bei diesem Bild etwas auf?



Nein?
Mir ist auch den ganzen Tag nichts aufgefallen. Den ganzen lieben langen Tag nicht. Erst am späten Nachmittag, da musste ich vor diesen miesen schwarz-gelben Biestern fliehen, die gerade Land und Leute belästigen, da fiel es mir auf. Ich musste zweimal hinsehen. Ooops!
Und dann habe ich einen heftigen Lachanfall gekriegt. Das Schöne ist, auch den Menschen, mit denen ich den ganzen Tag zu tun hatte, ist nichts aufgefallen. Was haben wir gelacht. Also kontrolliere ich jetzt morgens nicht nur die Klamotten, sondern auch immer, ob ich meine Füße rechts und links in den gleichen Schuh gesteckt habe.
Das Komische daran ist, dass ich es ganz versteckt im Hinterkopf gemerkt haben muss. Man weiß genau, irgendetwas stimmt nicht so ganz, aber was es genau ist, da kann man nicht den Finger drauflegen. Das ist so ein ganz kurzer kleiner Moment, der aufblitzt, wenn man etwas automatisiert tut und der einem sagt: Moooment!. Diese zarte Stimme im Hirn wird aber nicht wahrgenommen, wird überlagert durch andere Dinge.
Letztens habe ich das Salz in den Kühlschrank und die Butter in den Gewürzschrank gestellt. Da habe ich auch etwas Zeit gebraucht, um zu kapieren, was gerade falsch war.

Mir ist in der Rückschau bewusst geworden, dass ich beim anziehen der Schuhe ganz kurz gestutzt habe. Aber dann rief mein Kind, Hektik am ersten Morgen nach den Ferien - und schwupps, war die Aktivität des Hirnareals, dass die visuelle Kontrolle der optischen Erscheinung übernommen hat, von der überschwappenden Adrenalinausschüttung anliegender Synapsen ausgebremst. Und so passierts dann.
Und warum fällt mir jetzt plötzlich eine Freundin ein, die ihren Schlüpper vom Vortag aus dem Hosenbein hängen hatte? Tja. Shit happens. Dann doch lieber zwei verschiedene Schuhe ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia