Dienstag, 28. August 2012

Liebesbeweise

Das Wochenende war hart. Sehr hart, physisch wie psychisch.

Gut, die psychische Komponente bleibt ohne Langzeitwirkung, bei der physischen bin ich mir nicht ganz so sicher. Ich bin derzeit wieder unter Schmerzmitteln, weil mir der Ischias (die Hüfte!) gestern, als eigentlich alles vorbei war und ich mir nur nach der langen Autofahrt andere Schuhe anziehen wollte, da isser mir quer gekommen, der blöde Nerv.

Und jetzt sitze ich hier vor meinem Rechner, versuche mich beim schreiben gerade zu halten und freue mich gleich auf eine warme Dusche. Geschlafen habe ich wie ein Murmeltier - das erste mal seit vier Tagen. Seit Freitag habe ich nämlich sortiert, aufgeräumt, entsorgt und wieder von vorn angefangen. Ich habe vor acht Uhr morgens angefangen und bis abends um zehn geackert. Höchst anstrengend. Und frustrierend, weil es noch immer kein Ende hat. Der nächste Räum-Termin ist schon in Planung.
Das ich so viele Kilometer fahre, um nichts anderes zu tun, als aufzuräumen, ist ein Liebesbeweis.

Genauso, wie ich es als Liebesbeweis empfinde, dass mir mein Mann seit vielen vielen Jahren täglich Kaffee ans Bett bringt. Jeden Morgen, wenn er da ist. Und mein Sohn kommt jeden Morgen zu mir ins Bett gekrabbelt, um noch eine Runde zu schmusen, bevor er in die Schule oder zum Fussball muss.
Das Wochenende war ich nämlich ohne Mann und Kind unterwegs, und ich dachte, ich würde es vielleicht genießen, mal ohne weitere Verpflichtungen zu sein. Kein Nachfragen "Hast du Zähne geputzt?" oder Aufforderungen wie "Jetzt leg das DS mal weg" oder dergleichen.

Aber was soll ich sagen. Ich hab sie vermisst, meine beiden Helden. Nicht nur wegen dem morgendlichen Kaffee und der morgendlichen Schmuseeinheit.

"Liebesbeweise" können so unterschiedlich wie Feuer und Wasser, groß oder klein sein. Aber sie hinterlassen Freude beim so Beschenkten, manchmal mehr, als es ein gekauftes Geschenk je könnte. Weil es von Herzen kommt und nicht ersetzbar ist.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia