Mittwoch, 8. August 2012

Waldhochseilgarten

Im Urlaub haben wir einen Waldhochseilgarten besucht.

Auf der Suche nach einer kleinen Tour sind wir eher zufällig auf der Taborhöhe (Faak am See in Kärnten) gelandet. Wir waren in "zivil", hatten nicht die richtigen Schuhe für eine Tour im Hochseilgarten an und wollten nicht in Sandalen auf´s Seil. Also sind wir eben nochmal nach Hause gefahren, haben die richtigen Schuhe angezogen und sind zurückgefahren.

Ich hatte im Frühjahr schonmal einen Versuch gestartet, in Höhen zu klettern. In Karls Erdbeerhof gibt es einen kleinen Klettergarten. Ich hatte vier Kinder dabei, die ich durch den Parkour lotsen wollte und das war anstrengend genug.
Beim ersten Kind (meinem!) habe ich noch Blut und Wasser geschwitzt, obwohl wir in gesichertem Haltegurt unterwegs waren. Aber plötzlich auf einem schmalen Steg in etwa 5-6 m Höhe herumzulaufen, während sich unten die Menschen durch den Gang schieben, das war doch gewöhnungsbedürftig. Nach dem Durchgang mit dem 3. Kind war ich routinierter. Aber ich bin nicht auf die höhere Etage gegangen, dass war mir zu unsicher. Die Seile (und die Luft ...) zu dünn und insgesamt alles viiiiel zu hoch ;-)
Mit Kindern vorneweg ging das schon gar nicht, da hätte ich mich erstmal allein durchtasten müssen. Ich war durchgeschwitzt, als ich mit allen Kids durch war. Trotz des Bewusstseins, gut gesichert zu sein, war es eine Überwindung, in dieser Höhe über wackelige Holzbalken zu balancieren. Und bisher habe ich nicht gedacht, dass mir das etwas ausmachen könnte. Weil man ja gesichert ist. Tja. Theorie und Praxis ...

Das war also mein Vorwissen in Sachen "Hochseilgarten". Und nun saß ich im Auto und überlegte. Sollte ich mich trauen? Meine Männer wollten unbedingt da hoch und mein Sohn (der ist grade in der Phase: Männer sind klüger, stärker, besser als Frauen ...) wollte sich über seine angstschissernde Mama amüsieren. Ich habe tatsächlich die Fahrt hin und zurück gebraucht, um mich zu entscheiden.
Und letztlich war es nur ein sehr kleiner mutiger Moment an der Anmeldung, der mir das "Ja, ich komme mit!" in den Mund geschoben hat.

Und dann gings los. Anschnallen, Einführung und eine Proberunde in geringer Höhe. Wenn ich ehrlich bin: mir hätte das gereicht ... Aber für so eine Runde war der Preis definitiv zu hoch. Also habe ich geseufzt und all meinen Mut zusammen genommen.
Was soll ich sagen? Ich habe es geschafft. Die Anforderungen waren deutlich höher, als bei meiner ersten Erfahrung. Allein der Aufstieg über eine Hängeleiter in die Höhe hinauf war schon eine erhöhte Anforderung für mich. Und sich in einen Flying Fox zu hängen und mit Geschwindigkeit vom Baum runterzurauschen, muss man mental auch erstmal schaffen ...
Es gab insgesamt 6 Schwierigkeitsstufen, und ich habe bis zur 3. durchgehalten. Die vierte war definitiv nichts mehr für mich. Zum Leidwesen meines Sohnes auch nicht mehr für ihn, dafür waren seine Beine einfach noch nicht lang genug. Aber mein Mann hat diesen und auch den 6. gemacht. Der war auch für ihn eine kleine Herausforderung.

Was ich nicht wusste, und was mich sehr überrascht hat, war der Zustand meines Körpers am nächsten Tag: ich hatte Muskelkater. Und zwar an Muskeln, die ich schon lange nicht mehr gespürt habe.

Ich liebe Hochseilgarten. Ich werde mir jedesmal wieder vor Angst in die Hose machen, aber letztlich werde ich es wieder tun. Es ist toll, seinen inneren Schweinehund zu bändigen! Versuchen Sie es mal!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia