Montag, 10. September 2012

Filmküsse II und was noch so stattfindet (Bettina Wulff)

Ich wollte Ihnen ja meine Ranking-Liste der Schauspieler, die gute Film-Küsser sind, präsentieren. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mit meinen Recherchen diesbezüglich am Wochenende nicht weit gekommen bin. Spontan fallen mir natürlich Brad Pitt und George Clooney ein, aber das sind ja nur zwei einer Reihe von Schauspielern, die es können. Ich belasse es vorerst auch bei den Beiden.
Die Denk-Themen meines Wochenendes wurden vielmehr von unserer Ex-First-Lady bestimmt. Die PR ist ihr gut gelungen, oder? Das Buch im Handel und alle Welt googelt nach ihr. In meiner Zeitung (Berliner Zeitung), steht heute ein Artikel über das Buch. Wenn der Artikel nur annähernd das wiedergibt, was tatsächlich in dem Buch steht, dann jammert Frau Wulff in etwa 224 Seiten auf verdammt hohem Niveau.

Mensch, Mädel! Jetzt mal unter uns Schwestern:
Wie alt bist du? Wenn man keinen Bock auf Öffentlichkeit hat, dann macht man einen solchen Job nicht. Ein einfaches "Nein, danke" reicht. Das setzt natürlich eine gewisse innere Haltung voraus. Und wenn man von der Vereinnahmung seines Lebens so die Nase voll hat, dann stürzt man sich nicht ein dreivierteljahr später wieder in diesen Medienzirkus. Derart "wichtig" zu sein, dass alle Medien über einen berichten, muss geil genug sein, um alle Dinge, die einen daran stören, zu vergessen. Am fehlenden Geld, dass für den Familienunterhalt verdient werden muss, kanns ja dank der fleißigen Steuerzahler nicht liegen.
Liebe Bettina, du bist ziemlich weit weg von den gesellschaftlichen Realitäten in Deutschland, wenn du rumjammerst, dass du quasi berufstätig und alleinerziehend in einer Ecke Deutschland rumsitzt, während die andere Hälfte der Beziehung in der Hauptstadt weilt.
Was glaubst du, wie es Tausenden von anderen geht? Schreiben die jetzt auch alle ein Buch darüber? Du hast noch das Glück, dass das Schmerzensgeld, dass dein Mann für den Job bekommen hat, für ein ausreichend abgesichertes Leben gereicht hat. Die meisten anderen Menschen, die diese Lebenskonstellation (zeitlich nicht begrenzt!) leben müssen, können froh sein, wenn sie sich noch etwas für die private Rentenversicherung weglegen können. Und die stören sich auch nicht so sehr an feudalen Dienstwohnungen, die nicht "Kuschelig" sind, sondern an Wohnsituationen, die sich an 70 qm mit vier Personen orientieren.
Aber diese Haltung ist das, was mich schon zu Präsidentenzeiten an dir und deinem Mann genervt hat. Das Jammern.
Da wird ein Fehlverhalten ausgegraben, und alles was Familie Präsident zu tun hat, ist über böse Medien zu jammern. Übrigens die gleichen Medien, die vorher für die schöne Präsenz in den gelben Blättern und später für die Buch-Promotion genutzt werden. Kein Mensch hat euch gezwungen, mit der "Bild" eine Homestory zu machen. So etwas muss man auch nicht - auch wenn man die Berichterstattung einer Zeitung fürchten mag. Es gibt genug politisch Aktive, die ohne diese Art der Anbiederung auskommen. Aber wenn man das nicht tut, dann kann man sich auch nicht zum "Glamour-Paar" hochstilisieren lassen. Wobei wir wieder beim Jammern wären.
Wasch mich, aber mach mich nicht nass ...

Das Einzige, womit du wirklich Recht hast, dass ist die Kritik an der fehlenden Vergütung für die First Lady. Das ist tatsächlich ein Unding - und kein Mann würde sich derartig für lau vereinnahmen lassen. Das muss verändert werden: das Rollenbild der First Lady muss thematisiert und der Neuzeit angepasst werden. Darüber hättest du schreiben können.
Handeln ist das, was einen politischen Menschen ausmacht. Nicht das jammern über selbstgemachte Leiden.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia