Freitag, 7. September 2012

Filmküsse

Gestern habe ich von der koreanischen Serie "Myung Wol the Spy" erzählt und etwas über die Filmküsse darin gelästert. Und eigentlich wollte ich gestern schon etwas über Filmküsse erzählen. Aber der Platz hätte nicht gereicht. Über Filmküsse kann man nämlich sehr geteilter Meinung sein!

Wenn man in einem Liebesfilm (oder einer Serie)  mit den Protagonisten mitliebt, mitleidet und nicht weiß, ob, wie und wann sie sich kriegen, dann kann es manchmal sehr desillusionierend sein, wenn der erste Kuss kommt. Ich kann mich da an herbe Enttäuschungen erinnern: der männliche Partner ein toller Typ. Die weibliche Partnerin eine hübsche und zutiefst sympathische Figur. Man wünschte sich nach etlichen Folgen nichts mehr, als dass die beiden endlich den Dreh kriegen und sich kriegen. Oder sich wenigstens mal küssen!
Und dann: endlich, endlich ist es soweit. Man (Frau!) hat die letzten Folgen der Soap aufgenommen, um nur keine Szene zu verpassen, sitzt mit gebanntem Blick und einem Glas Sekt vor der Kiste. Man (Frau) hat geschmachtet, gelitten und gehofft - und dann kommt ein so beschissener Filmkuss, wie man selten gesehen hat und ist bitter enttäuscht.
Wie damals, Großstadtrevier. Jahrelang habe ich Jan Fedder geliebt. Jahrelang! Na, scheiß drauf. Der Kuss war beschissen und das Ende der Beziehung auch. Sie ist gestorben. (Kein Wunder, diesen Kuss konnte man nicht überleben.) Danach habe ich es nicht mehr geguckt. Jedenfalls nicht mehr regelmäßig. Und Jan Fedder ist bei mir abgerauscht in die Tiefen der enttäuschenden Helden.
Seit dieser bitteren Erfahrung als Zuschauerin bin ich immer ganz angespannt, wenn es sich abzeichnet, dass die Hauptdarsteller sich küssen. Manchmal bin ich dann erleichtert, weil mir die schöne Vorstellung von dem Paar nicht von einem miesen Filmkuss kaputt gemacht wurde.
Früher war das einfacher: Augen zu!
Ich habe als kleines Mädchen eine bestimmte Westernserie geliebt. Einer der Helden hat öfter Frauen geküsst. Also, so ein Filmkuss Marke "Korea". Höchst keusch. Dennoch habe ich mir immer die Augen zugehalten - das küssen war mir peinlich. Ich kann mich an einen Nachmittag erinnern, an dem ich und der größte Teil meiner Familie vor der Glotze hockte. Mein Vater kam irgendwann dazu und sieht mich, wie ich auf dem Boden vor dem TV hocke und mir die Augen zuhalte. Mit Blick auf mich fragte mein Vater in die Runde: "Na, beißen sie sich wieder in die Köpfe?" Ich weiß nicht mehr, was mir peinlicher war ...

Diese koreanische Filmkuss-Variante aus "Myung Wol the Spy" hat mir nicht so zugesagt. Aber es gibt ein paar Schauspieler, die können wirklich gut "filmküssen".
Auf YouTube gibts übrigens Rankings von Filmküssen. Da basteln Mädchen aus allen möglichen TV- und Filmschnipseln ihre persönliche Hitliste der besten Filmküsse. Auch sehr amüsant. Manches kann man wohl nur verstehen, wenn man die dazugehörige Soap kennt ...
Vielleicht bastel ich auch mal ein Ranking. Wer da ganz vorn dabei ist? Na klar, einer meiner Favoriten! Und da wären wir wieder beim Cliffhanger: Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn Sia über Helden bloggt ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia