Freitag, 28. September 2012

Til Schweiger und das Feuilleton

Til Schweiger wird gerade von den intellektuellen Fachblättchen und (selbsternannten?) Kinofachleuten verbal verhauen.
Er hat sich mit der Bundeswehr "verbrüdert." Er macht Werbung für die Bundeswehr - oh. Wie furchtbar.

Ich bin kein eingefleischter Til Schweiger Fan. Ich stehe ihm sozusagen "neutral" gegenüber, was bedeutet, ich falle nicht in Ohnmacht vor Begeisterung ob seiner männlichen Ausstrahlung, aber ich wende mich auch nicht mit Grauen ab. Er ist ein Schauspieler (neben seinen anderen Jobs) und manchmal macht er seine Sache gut, manchmal nicht. Insofern "muss" ich auch nicht in jeden Film mit oder von ihm. Nur dann, wenn mich das Thema interessiert.
Seine Komödien amüsieren mich. Nicht immer auf hohem Niveau, aber das brauche ich nicht. Das ist so, wie Bierzelt und Schlager grölen auf dem Oktoberfest. Das ist nicht mein Lebensinhalt, amüsiert aber zwischenzeitlich ungemein. Wenn ich hohes Niveau haben will, dann zieh ich meine High Heels an...
Warum ist mir, bei aller Neutralität, Til Schweiger ein Blogeintrag wert?
Weil er gemobbt wird.

Da kann das Publikum im Kino vor Lachen ersticken, zu Tränen gerührt sein, entspannt und glücklich aus dem Kino gehen - aber das die Filmpresse einen Film von und mit Til Schweiger als "sehenswert" beurteilt, darauf kann man genauso lange warten, wie man bei unserer Familienministerin Schröder auf "Familienpolitik" hoffen kann.
Was hat er nur getan? Letztlich tut er das, was man als Filmemacher oder Bücherschreiber tun sollte: man erzählt eine Geschichte. Wenn sie gut erzählt ist, dann gefällt sie. Wenn nicht, dann eben nicht.
Es wird moniert, dass Schweiger im "Schutzengel" rumballert, und das die wirklichen Elitesoldaten nicht ballern, sondern zielen.
Ach. Kein Mensch erwartet bei amerikanischen Filmen des Action-Genres irgendeinen Realitätsbezug. Wieso sollte ich es bei einem deutschen Film der gleichen Machart erwarten? Ich liebe es, wenn mir die Intelligenz einer Amöbe unterstellt wird.

Was hat er also getan?

Er hat dem Feuilleton den Stinkefinger gezeigt. Er lässt sich nicht ein auf die Spielregeln, die diese verhinderten Literaten (immer auf dem ganz hohen Niveau ...) und Cineasten, die es ja grundsätzlich besser könnten, es aber nie beweisen, vorgeben.

Til, allein dafür verdienst du Respekt. Ich werde mir den "Schutzengel" anschauen, weil mir der Trailer gefallen hat. Und ich werde berichten, wenn ich den Film gesehen habe.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia