Freitag, 5. Oktober 2012

Alle Jahre wieder

Man sollte meinen, man würde mit steigendem Erfahrungshaushalt klüger.

Hm. Ich scheinbar nicht.

Gestern abend habe ich Bohnensalat gegessen. Eine kleine halbe rohe Zwiebel war dran, von der ich maximal ein Viertel mitgegessen habe. Dennoch hat sie mich bis spät in die Nacht gequält.

Fencheltee anstatt Wein und Wärmeflasche auf dem Bauch. Jetzt sagt mir wieder jeder: dann lass dich doch operieren!

Ja, ja. Wenn das so einfach wäre. Ist es aber nicht.
Das fängt schon bei der ersten Untersuchung an. Blutabnahme! Ich kann das nicht gut ertragen. Ich neige zum umfallen, wenn ich sehe, wie die Nadel in meinen Arm gleitet. Diverse andere Stellen, wie Finger und Ohrläppchen haben die gleiche Wirkung. Und wenn ich nicht hingucke, neige ich zum verkrampfen - dann fließt kein Blut und alles wird nur noch schlimmer. Normalerweise sage ich den Arzthelferinnen immer gleich, dass Blutabnahme bei mir besser im Liegen stattfindet. Und frage mit zarter Stimme, ob ich eine Kinder-Kanüle kriegen kann ...
Und die Vorstellung, mehrere Tage im Krankenhaus zu verbringen - da grauts mich. Vollnarkose? Um Himmels willen. Wenn, dann käme ohnehin nur eine Minimal-invasive OP in Frage. Aber ich müsste auch dafür ins Krankenhaus. Eine Entscheidung, für die ich Mut brauche. Habe ich aber gerade nicht.

Nein, ich werde meine Galle zukünftig als meine gute Freundin betrachten. Die Freundin, die auf mich und meine gesunde Lebensführung aufpasst und mir rechtzeitig sagt: Meine Liebe. Achte ein wenig mehr auf dich.

Danke, du Gute. Das habe ich gerade mal wieder gebraucht!

Bis dahin, liebe Grüße, Sia