Freitag, 26. Oktober 2012

Äpfel

Gestern war es soweit.

Ich habe mal wieder einen Apfelkuchen gebacken. Eine Freundin hatte mir eine Tüte voller köstlicher Äpfel aus dem eigenen Garten geschenkt und der Apfelkuchen vom letzten Wochenende lag in den letzten Zügen. Es war ein "Apfelkuchen sehr fein", in meiner Familie immer "Schlupfkuchen" genannt. Und mein Sohn liebt ihn ebenso, wie ich ihn liebe. Sowohl aus der Sicht der Bäckerin (einfach + schnell), als auch aus der Sicht der Genießerin.
Die Äpfel der Freundin sind nicht lagerfähig, also müssen sie zügig verarbeitet werden. Und genauso ungern, wie ich bei einem Spaziergang den gleichen Weg zurückwandere, so ungern backe ich gleiche Kuchen in Folge. Bei der Überlegung, für welches Gebäck ich mich entscheide, fiel mir im Kühlschrank das Marzipan auf. Und damit war die Entscheidung klar: Ich backe "die Sünde".
Und ebenso wie beim letzten Mal, war ich völlig berauscht von dem Duft, der durch das ganze Haus zog. Mein Sohn hüpfte mit schnüffelndem Näschen durch die Räume und fand "Mama, das riecht so lecker hier."

Wenn Sie sich schon mit der Essensplanung für Weihnachten herumschlagen, dann sollten Sie diesen Kuchen als Dessert in Erwägung ziehen. Er braucht insgesamt eine Stunde. Vierzig Minuten davon können Sie ihn im Ofen allein lassen. Wenn Sie ihn als Dessert servieren wollen, tun Sie das am Besten lauwarm. Mit Vanilleeis oder selbstgemachter Vanillesauce. Schneiden Sie die Stücke nicht so groß ... der Kuchen ist ein Sattmacher und nach einem Festessen passt ohnehin nicht mehr so viel in den Bauch. Und die Reste können Sie dann kalt zum nachmittäglichen Kaffeetrinken am nächsten Tag genießen.

Ich habe ein ganzes Kochbuch mit Apfelrezepten. Immer, wenn ich mir die schönen Bilder anschaue, wird mir klar, warum es der Apfel der Versuchung war, der unsere Urahnen aus dem Paradies geschubst hat. Mir wird auf ewig das Bild meines verstorbenen Bruders in Erinnerung bleiben, wie er auf dem Weg zur Schule morgens an einem unserer Apfelbäume vorbeiging, und mal eben schwupps, einen davon abzupfte, um dann sofort herzhaft in ihn hineinzubeißen. Dieses leise Krachen, wenn man in einen frischen Apfel beißt, der süß-säuerliche Saft, der sich in den Mundwinkeln sammelt und manchmal übers Kinn tropft - glücklich, wer einen Apfelbaum in seinem Garten hat.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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