Montag, 15. Oktober 2012

Wenn die Style Expertin anruft

so heißt eine Überschrift heute in der Berliner Zeitung.

Und dann kommt ein Bericht über ein Start-up Unternehmen, dass Männern bei der Auswahl neuer Kleidung hilft. Man lässt sich registrieren, telefoniert mit einer Style-Expertin und bekommt dann ein Paket zugeschickt, in dem alles drin ist, was Mann braucht.

Ich habe ja schon gedacht, meine Ehe ist zu Ende, weil mein Mann letzte Woche allein Schuhe kaufen war. Wenn er jetzt auch noch mit einer Style-Expertin telefoniert, dann warte ich auf das Einschreiben mit Rückschein, dass die Scheidungspapiere enthält...

Obwohl. Ich glaube, ich kann mich beruhigt zurücklehnen. Ich habe mir die Seite der Outfittery.de (Oh mein Gott. Was für ein Name!) angesehen. Sollte ich jemals auf den Gedanken kommen, meinem Mann die Style-Auswahl zu präsentieren und ihn zu fragen, ob er nicht Interesse an einer Expertinnen-Beratung hat, dann würde er mich wahrscheinlich fragen, ob ich neuerdings schon am frühen Morgen schärfere Sachen als Kaffee trinke. Und ganz ehrlich: was die Damen dort an Style-Auswahlmöglichkeiten präsentieren, lässt nicht gerade auf "Experten-tum" schließen.

Aber was weiß ich schon davon. Ich bin eine Mode-Atheistin. Meistens trage ich klassische Klamotten: Die herausragenden Details der Saison sind schon so "abgeschliffen" und "geglättet", dass ich nicht völlig aus dem modischen Bild der Allgemeinheit falle, wenn ich die Hose/T-Shirt/Rock noch eine Saison länger trage. Der Vorteil der klassischen Mode ist, dass man auch noch nach 10 Jahren Bilder von sich selbst angucken kann, ohne im Hinblick auf die getragene Mode vor Scham in den Boden zu versinken. Das bezieht sich übrigens auch auf Frisuren.

Ich eigne mich einfach nicht zur topmodisch gestylten Frau. Passend dazu habe ich mir einen Mann ausgesucht, der mit Jeans und T-Shirt glücklich ist. An (sehr) kalten Tagen zieht er darüber noch ein Holzfällerhemd. Der Höhepunkt stylischen Firlefanzes ist bei ihm das Tragen eines T-Shirts mit dezentem V-Ausschnitt.
Angesichts solch männlicher Modeverweigerer wäre ich mir nicht sicher, ob diese Art von Geschäftsidee tatsächlich tragfähig ist ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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