Freitag, 30. November 2012

November 2012

Heute ist der letzte Novembertag in diesem Jahr.

Ist das etwas Besonderes? Ja und Nein.
Es ist nichts Besonderes, weil es auch im nächsten und übernächsten Jahr einen letzten Novembertag geben wird. Jedenfalls nach dem heutigen Stand der Dinge. Für unsere Familie ist  das Besondere heute,  dass unser Sohn sein erstes "Konzert" geben wird.

Okay. Sagen wir so: im Rahmen einer Mini-Veranstaltung wird er drei Lieder spielen. Das dritte Lied darf er nur spielen, wenn er geübt hat.
Man sollte es nicht meinen, aber diese Aussicht hatte tatsächlich zur Folge, dass er nur halb soviel gemotzt hat als gewöhnlich, wenn er üben sollte.

Insgesamt scheint mein Kind ein Faible für die Bühne zu haben. Neben den üblichen Berufswünschen, die so kursierten, gehört seit neuestem "Schauspieler" dazu. Dieser Berufswunsch wurde eindeutig von Daniel Radcliff (Harry Potter) ausgelöst.
Tja, was soll ich sagen? Ich kann es gut verstehen, schließlich habe ich mich selbst lange genug mit diesem Berufswunsch geplagt. Auch wenn ich heute weiß, dass ich in diesem Beruf vermutlich nicht glücklich geworden wäre.
Aber als Motivation ist dieser Berufswunsch super. Man kann seinem Kind sofort beibringen, was auch für andere Jobs ( und das Leben) wichtig ist. Empathie. Zuverlässig- und Verbindlichkeit. Gruppenfähig sein, Selbstbewusstsein entwickeln. Ordentlich sprechen. Viel Lesen. Dinge merken (ohne Hilfsmittel). Ausdruck von Gefühlen lernen und erfassen und so etwas wie Sport, um seinen Körper fit zuhalten.

Es gibt unendlich viele Dinge, die man als Schauspieler können muss, um in dieser Welt sein Auskommen zu finden. Und als Mutter werde ich das gnadenlos ausnutzen:
"Du willst Schauspieler werden? Okay. Schauspieler müssen viele Sportarten können, damit sie gute Jobs kriegen. Also wirst du das Judotraining nicht absagen."
"Du willst Schauspieler werden? Okay, Schauspieler müssen oft in anderen Sprachen Filme drehen. Also wirst du diese englischen Vokabeln noch mal üben müssen."
"Du willst Schauspieler werden? Okay. Schauspieler müssen mehr können, als nur sprechen. Du wirst dich jetzt also ans Keyboard setzen und üben."

Auf der anderen Seite sind ja Berufswünsche wie Astronaut, Forscher und Architekt noch immer nicht ganz ausgeräumt. Auch da könnten wir ab den höheren Klassen richtig gut mitarbeiten.
"Du willst Astronaut werden? Okay. Dann musst du gut in Physik sein. Mathe sowieso. Und neben Englisch solltest du noch Russisch und Chinesisch lernen."

Berufswünsche von Kindern sind einfach toll als Erziehungsansätze für Eltern.
Ich freue mich schon auf den Tag, an dem mein pubertierendes Kind mir erzählt: "Ich werde Schlagzeuger " - um mir deutlich zu machen, wie wichtig es ist, überall und laut (!) mit allem, was man wie einen Drumstick nutzen könnte, herumzutrommeln.
Oder, noch besser: "Ich werde Computerfachmann, deshalb muss ich nächtelang am Computer daddeln."

Ich sagte es bereits. Ich freu mich drauf...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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