Mittwoch, 14. November 2012

Verschwörungstheorien

Die bayrische Justizministerin lügt sagt ihrem Parlament nicht alles, was sie sagen müsste und der Berliner Verfassungsschutz hat Versager im Dienst, die zu archivierende Akten der NSU schreddern - was hat das miteinander zu tun? 

Die Situation der NSU erinnert mich an die siebziger Jahre und die RAF. Auch dort gab es Ermittlungspannen ohne Ende. Auch damals hat man etwas länger gebraucht, um festzustellen, dass es sich um Terroristen handelt, die mehrere Anschläge verüben werden und keineswegs um verstreute Einzeltäter. Noch länger hat man gebraucht, um die Fahndung nach den Mitgliedern der RAF zu professionalisieren. Aber im Falle der durch die NSU ermordeten Menschen handelte es sich ja um Immigranten - da waren die Mörder natürlich Einzeltäter. Musste ja. Kann ja auch gar nicht anders sein. Die hatten bestimmt mit ihrer (mitgebrachten) Mafia Ärger. Oder?
Ich habe mich in den vergangenen Wochen oft gefragt, ob es für die Bewertung und Klassifizierung von schweren Straftaten kein Profiling gibt. Ebenso, wie man für Serienkiller, die aus sexuellen Motiven Menschen ermorden, Profiler hat, muss es doch möglich sein, eine solche Vorgehensweise auch auf andere schwere Straftaten anzuwenden. Aber vermutlich ist es so, wie damals in München. Die GSG wurde erst nach dem Drama mit den vielen Toten ins Leben gerufen.
Die Erkenntnis, dass man in diesem Land nicht auf der von Extremisten verschonten Sonnenseite der Erde lebt, sollte sich eigentlich bis in die höheren politischen Ebenen durchgesetzt haben.

Die bayrische Justizministerin hat einen veritablen Skandal im Nacken, weil sie zu einem Fall vor dem Parlament Stellung nehmen sollte und offensichtlich nicht die (ganze) Wahrheit gesagt hat. Da hat ein (gewalttätiger) Ehemann seine Ex mitsamt ihrem Arbeitgeber (Hypo-Vereinsbank) beschuldigt, unzulässige und strafbewehrte Finanzdienstleistungen für Steuerbetrüger durchzuführen. Der Ex-Mann sitzt seitdem in der Psychiatrie, die Staatsanwaltschaft hat weder gegen die Bank, noch gegen die beschuldigten Angestellten Ermittlungen eingeleitet. Warum auch? Der Mann war ja schließlich nicht ganz ernstzunehmen, als jemand, der seine Frau schlägt und in der Psychiatrie ist - oder?

Eigentlich hab ichs ja nicht so sehr mit Verschwörungstheorien. Aber manchmal fällt es mir wirklich schwer an Zufälle zu glauben. 
Es gibt Tage, da frage ich mich, ob ein Justizminister nicht einmal zu oft mit dem Herrn Bankdirektor essen war. Oder ob einer der "Versager", die zuuuufällig, wirklich rein zuuuufällig nur die Akten rechtsradikal motivierter Taten geschreddert hat, ob der nicht vielleicht Gründe für diese Zufälle hatte.
Und dass man da den Verantwortlichen nicht mehr finden will kann, versteht sich von selbst. Das zuständige Personal hat zwischendrin sicherlich so häufig gewechselt, dass nun, nach zwei Jahren, nicht mehr nachvollziehbar ist, wer damals Abteilungsleiter war - und wer mit der Aufgabe, Akten zu schreddern beauftragt wurde. 

Ach. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

Liebe Grüße. Sia

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