Samstag, 22. Dezember 2012

Bücher, Schreiber und ihre Fans

Darüber, wie man als Autor mit Kritik umgehen kann oder umgehen sollte, gibt es viele Hinweise. Wie man letztlich tatsächlich damit umgeht, ist noch mal eine ganz andere Baustelle. Neben dem eigenen Umgang mit möglichen Kränkungen durch Rezensenten gibt es aber noch eine Dimension: die Reaktion von Fans.

Ich habe Anfang November ein Buch gelesen und rezensiert. Zugegeben, ich war etwas polemisch und ich habe auch nur einen Stern vergeben. Weil ich mich geärgert habe. Wenn mich ein Buch kalt lässt, dann schreibe ich keine Rezensionen. Dann lege ich das Buch als nicht lesenswert zur Seite und gut ist. Aber wenn ich mich als Leser hinters Licht geführt fühle, oder aber mich über schlampige Recherchen ärgere oder, und das ist mein Todesstoß für jedes Buch: wenn ich mich gelangweilt fühle, dann ergreift mich Zorn. Ich bezahle für ein Buch, ich opfere Lebenszeit und dann quält mich ein Autor seitenweise mit völlig unerheblichen Anziehroutinen oder ähnlichem Schwachsinn. Wohlgemerkt, wenn es darum geht, dass damit eine bestimmte Haltung des Protagonisten deutlich gemacht werden kann, eine politische Einstellung, eine Zwangserkrankung, eine Erläuterung wie Lebens- und Wohnverhältnisse sind - what ever. Dann ist so eine Beschreibung nicht nur verzeihlich, sondern auch sinnvoll, um die Geschichte zu erfassen. Ansonsten bezeichne ich solchen Autoren-Ausfälle gern als literarischen Sprechdurchfall. Kommt dann eine eher langatmige Geschichte mit wenig sprachlich hochwertigem Output und einer hanebüchenen Story dazu, dann ärgere ich mich. Das hat man meiner Rezension angemerkt.

Interessant fand ich dann einen Fan - Kommentar, der mir unterstellt, die Rezension nur geschrieben zu haben, weil ich persönlich etwas gegen die Autorin habe. Ich habe darauf geantwortet, dass mir das Buch nicht gefallen hat, mir die Autorin ansonsten nicht bekannt ist und ich keine Veranlassung habe, ihr etwas Böses zu wollen. Im Gegenteil. Mein Geschmack ist meiner, andere Menschen können ja völlig begeistert von dem Buch sein. Ist mir doch auch egal. Aber deswegen darf ich ja trotzdem sagen, was ich davon halte. 
Ich kriegte auch postwendend einen weiteren Kommentar, der darauf schließen ließ, dass ich da einen hartnäckigen Fan vor mir hatte, der offensichtlich nicht damit umgehen konnte, dass "seine" Autorin jemand anderen nicht so begeistern konnte, wie ihn selbst.
Was macht man damit? Nichts. Genau. Ich habe diesen Kommentar ignoriert, was soll ich so einem Deppen auch dazu sagen. Wer es nicht verstehen will, versteht es eben nicht. 
Heute bin ich zufällig mal wieder bei diesem Buch gelandet. 24 Tage hat der Fan gebraucht, um einen weiteren Kommentar zu schreiben. Er kann scheinbar mit "Ignorieren" nicht umgehen. Noch mal nachstochern, vielleicht meldet sich das "Opfer" ja doch noch mal.

Nix gibt's. Auch darauf werde ich nicht reagieren. Aber da der Fan alle Rezensionen mit Kommentaren versieht, werde ich amüsiert mitlesen, wem dann doch mal der Kragen platzt ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

P.S. Heute Abend gibts wieder was Neues unter "from Sia ..." Aber frühestens ab acht Uhr!

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