Donnerstag, 13. Dezember 2012

Erstaunlich

finden einige Zeitgenossen die Anhäufung von Rezensionen für dieses Buch:

Nika Lubitsch, der 7. Tag

Ich habe keine Ahnung, ob die reine Anzahl von Rezensionen und darunter ca 60% Erstrezensionen, wie in einem Kommentar behauptet wird, ob das die Annahme eines groß angelegten Rezensionskauf nahelegen muss.

Erstmal ist eine hohe Anzahl von Bewertungen ja nichts Ehrenrühriges. Bettina Wulff (wer war das noch? Ach ja. Die Arme! Klick ... und Klick) hat über Tausend Bewertungen, und das ging von "null auf hundert" in einem atemberaubenden Tempo. Ähnlich ging es dieser (Ex)Piratin, wobei nur das Tempo, mit dem die Rezensionen eintrafen, beeindruckte. Die Anzahl ist zu vernachlässigen.
Witzig finde ich in dem Zusammenhang, dass Amazon beim Klicken auf Julia Schramms Buch mitteilt, dass es oft mit dem Buch von Frau Bettina Wulff zusammen gekauft wird ...

Aber zurück zum Thema. Amazon hat sich ja in den vergangenen Wochen um die "Bereinigung" von Rezensionen gekümmert. Höchst dubios, was da passiert. Rezensionen verschwinden einfach - aufgrund von Datenbankverbindungen, die nahelegen, dass da familiäre Verbindungen zum jeweiligen Autoren vorliegen.
Na klar. Sippenhaft. Wenn ich mit einem Autor verwandt bin, darf ich selbstredend nicht sein Buch rezensieren? Wie werden denn diese Zusammenhänge hergestellt? Reicht der Name und der Wohnort?
OMG! Meinen Nachnamen gibts wie Sand am Meer! Und verschwinden eigentlich nur die positiven Rezensionen, weil nur diese ein Fake sein können? Was ist mit den negativen Rezis, über die sich so mancher Autor bitter beschwert? Und tatsächlich über Agenturen "gekaufte" Rezensionen findet Amazon natürlich nicht ...

Über das Wesen und Sein von Rezensionen könnte man Bücher schreiben. Eine gute Bewertung an sich ist noch keine Rezension, sondern oft nur ein Statement. Wirklich gute Rezensionen, die etwas über das gelesene Buch aussagen, gibt es nicht so häufig. Wenn ich mir ein neues Buch suche, dann orientiere ich mich nicht an denen, die jubeln, sondern an denen, die etwas beschreiben. Und ich lese sowohl gute, als auch schlechte Rezensionen. Beim Klick auf den Namen des jeweiligen Rezensenten hat man manchmal das Glück, dass da mehr als nur diese eine Rezi steht. Und dann kann ich sehen, ob der sonstige Büchergeschmack zu meinem passt. Danach (und der Leseprobe) entscheide ich dann, ob ich das Buch wirklich kaufe. Da helfen auch alle anderen Jubilanten nicht, egal wie enthusiastisch das Buch gerade belobigt wird.  Dabei sind ja die "Rezensionen" noch am Besten, die 5 Sterne vergeben und dann schreiben: "Superschnelle Lieferung, 1a Zustand, keine Beanstandung" Da frage ich mich immer, welche Dünnbrettbohrer da am Rechner sitzen, um so einen Unsinn zu verzapfen.

Naja. Ich gehe jetzt mal. Meine Agentur hat mir eben den Auftrag für dreißig neue Rezensionen geschickt. Mal sehen, wie ich meine diversen Accounts jetzt vor Amazon verschleiere ...

bis dahin, liebe Grüße, Sia

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