Montag, 24. Dezember 2012

Platzhalter

Schon gehört?

Man benutzt "Platzhalter" aus fremden Texten bei dem Entwurf des eigenen Buches (Martina Gerke, Stellungnahme).... UPDATE vom 27.12.2012: Das Video ist gelöscht, der Link daher deaktiviert.
Sehr fantasievolle Ausrede, immerhin. Einer (Phantasie) Autorin würdig.

Nun arbeitet ja jeder Autor nach eigenem Gutdünken. Manche arbeiten nach dem Schneeflockenprinzip, andere arbeiten chronologisch, einige völlig unstrukturiert und wieder andere arbeiten erst jedes Detail heraus, bevor sie sich an das eigentliche Schreiben begeben.
Ich für meinen Teil arbeite völlig chaotisch. Ich beginne mit dem groben Plotentwurf und ich habe ein "Blueprint" in dem ich die Szenen kurz beschreibe. Vorab habe ich selbstredend meine Protagonisten entwickelt. Sie haben einen Lebenslauf, eine Beschreibung ihrer Persönlichkeit und ihrer Äußerlichkeiten. Lebens-Verwandschafts- und Freundschaftsverhältnisse sind definiert.
Und dann wirds chaotisch. Ich schreibe Szenen, ändere den Plot, schreibe neue Szenen, passe den Plot an, schreibe wieder andere Szenen. Und so weiter, und so weiter.

Was ich noch nie benutzt habe, und ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht wofür, das sind "Platzhalter". Also per Definition von Frau Gercke, Textstellen aus anderen Büchern, die in das eigene Manuskript eingefügt wurden.
Hm. Wenn mir zu einem Dialog, einer Szene nichts einfällt, dann schreibe ich entweder gar nicht, oder an anderer Stelle weiter. Das ist der Vorteil einer chaotischen Methode. Ich muss nicht chronologisch vorgehen.
Aber jeder wie er mag.

Platzhalter. Ich komme nicht drüber weg.

Glaube ich so eine hanebüchene "Platzhalter"- Geschichte? Nicht wirklich. Für mich ist das Kapitel Martina Gercke damit auch erledigt. Ich persönlich halte die gesamte Stellungnahme für kontraproduktiv. Aber ich benutze auch keine Platzhalter.

Ach ja. Danke Frau Gercke, für die Belehrung, wie man sich als Jungautor(in) gegenüber den Rechten anderer Autoren zu verhalten hat. Wenn ich alles Mögliche an Tipps gebraucht hätte - dieses Wissen habe ich bereits in der Grundschule erworben: man gibt die Texte anderer nicht als eigene Ergüsse aus. Und man schreibt, wenn man schreibt, mit eigener Schnauze.

Na dann. Fröhliche Weihnachten.
Feiern Sie schön. Vielleicht haben Sie ja auch "Platzhalter" für verschiedene Dinge zu Hause. Geschenke von anderen beispielsweise, die sie für sich aus Platzhaltergründen beanspruchen. Weil sie nicht genug bekommen haben. Oder ihre Geschenke noch nicht verpackt sind ....

Ach was. Schöne Weihnachten wünsche ich Ihnen.

Bis dahin, liebe Grüße, Ihre Sia

Kommentare:

  1. Liebe Frau Gercke,
    zuerst einmal wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten.
    Ich habe das Dilemma um Ihre Bücher eher zufällig mitbekommen, da wir beide bei dem gleichen Verlag unter Vertrag sind.
    Wenn Sie es sich nicht völlig mit Ihren Fans verscherzen wollen, würde ich Ihnen empfehlen, diese Stellungnahme nicht weiter zu veröffentlichen.
    Da díes völlig konträr ist, zu dem was Sie bei Amazon geschrieben haben, könnte man leicht auf den Gedanken kommen, dass Sie sich nun mit billigen Ausreden, aus der Affäre ziehen möchten.
    Sie erinnern sich? Bei Amazon schrieben Sie, dass sie ja sehr viel Frauenliteratur lesen und es dabei passiert sein muss, dass sich ein! Satz in das Manuskript geschlichen hat. Nun zu behaupten, dass Sie mit Paltzhaltern arbeiten, ist taktisch unklug, da jeder der selbst schreibt (und das sind nicht wenige Ihrer Fans), wissen, dass dies so eigentlich nicht möglich ist. Sie müssten schon das Buch von Sophie Kinsella direkt neben sich liegen haben, die Handlungsstränge müssten sich gleichen und auch der Zeitliche Ablauf, um dass eine Platzhalter Methode überhaupt zum tragen käme. Wesentlich weniger zeitaufwendig, wäre es doch da, die Passagen, wo Ihnen nichts passendes eingefallen ist, einfach mit ein paar xxxx zu kennzeichnen und später an diese Textstellen zurückzukehren.
    Auch das Sie den Autoren den Rat geben, das Urheberrecht zu achten, hat etwas sehr überhebliches, da diese Tatsache eigentlich jeder Grundschüler weiß. Schon in der Schule wird man für das abschreiben von Texten bestraft. Sich nun als Moralapostel aufzuspielen und all den Autoren mit Ihren Belehrungen ihre Intelligenz abzusprechen, ist nicht der richtige Weg!

    Bitte gehen Sie einmal in sich. Fehler macht jeder und zu diesen Fehlern auch zu stehen, ist es, was einen Menschen sympathisch macht.
    Ich wünsche Ihnen alles gute!
    Herzliche Grüße
    Katja Schneidt

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  2. Hallo! Vielen Dank für den Kommentar. Es gibt einen weiteren Kommentar (von Charlotte) zum Thema,
    der aber leider bei meinem Eintrag „Martina Gercke unter Plagiatsverdacht" gelandet ist.

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  3. Liebe Sia,
    Auch dir frohe Weihnachten :)

    Ja, ich bekam den Link gestern auch, nach einem großen Aufschrei unter einigen Autoren und Bloggern, die man so auf Facebook hat. Erst dachte ich: "Na endlich, eine Entschuldigung. Wurde aber auch Zeit!" Na, Fehlanzeige, dass war wohl nichts.
    Dass sie abgelesen hat, zumindest den Anfang, bis zum Ende des Mittelteiles, hat man gesehen, auch, dass es ihr furchtbar unangenehm war.
    Aber der Inhalt? So löblich auch eine öffentliche Stellungnahme ist, so unverständlicher ist mir doch der Inhalt ...
    Wer auch immer den Text verfasst hat (Warscheinlich ein Anwalt, oder ähnliches), der hat da wirklich "Mist gebaut", um es mal platt zu sagen.
    Ich saß Kopfschüttelnd vor dem Bildschirm, Fremdschämen war angesagt.

    Textstellen und Platzhalter. So Fantasievoll muss man erst einmal sein. Ich kenne keinen Beruf, wo man mit Platzhaltern arbeitet. In der Filmbranche vielleicht? Lichtdoubel? Aber da merkt man doch auch spätestens im Film, wenn nicht der erste Hollywoodstar vor der Kamera steht, sondern ein Statist ...
    Dass sie absichtlich abgeschrieben hat, hat sie ja nun zugegeben, verschleiert es aber dennoch weiter.
    Zudem finde ich es äußerst ungünstig, jetzt, wo die Verhandlungen laufen, so eine Stellungnahme abzugeben. Vorallem bewahrt man darüber eigentlich Stillschweigen, ob man sich nun geeinigt hat, oder nicht, zumindest handhaben die Anwälte sowas immer auf diese Weise.

    Mein Fazit?
    Sie hat abgeschrieben, es ist aufgefallen, sie hat versucht es zu verschleiern, es kam raus, sie durfte viel viel Geld zahlen und jetzt? Sie würde gerne weiter schreiben. Damit kann man ja viel Geld verdienen. Die Top100 der Amazon E-Book Liste verdienen sicher an die 5-10T Euro im Monat. Fürs "nichtstun" in der Zeit, ein schöner Nebenverdienst.
    Es ist purer Hohn und spott, jetzt öffentlich jungen Autoren einen Rat zu geben, da komme ich mir wirklich "verarscht" vor. Das wusste ich schon im Kindergarten, spätestens in der Grundschule, allerspätestens, wenn man mit 14 Strafmündig wird, sollte man soetwas wissen.

    Wirklich peinlich. Noch peinlicher ist der Kommentar, der unter der Stellungnahme freigeschaltet wurde. Aber Lemminge gibt es überall auf der Welt. Sollen sie nur weiterlaufen, ich werde sie nicht aufhalten.

    Liebe Grüße
    Eine Autorin, die von Platzhaltern noch nie etwas gehört hat ;)

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  4. :-)

    Hallo Anonyma, ich dachte schon ich wäre allein mit meinem Nichtwissen über die "Platzhalter-Methode" ... Aber nach (zugegeben nur sehr kurzer) Recherche muss ich zu dem Schluss kommen: es gibt sie nicht...

    Und der Kommentar ... schweigen wir darüber. So einen Jünger wünsche ich mir irgendwann auch mal, wenn ich groß und erfolgreich bin ...

    Herzlichen Gruß, Sia

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  5. Liebe Sia und liebe Anonyma,
    auch ich als Bestseller Autorin, habe noch nie etwas über die "Platzhalter" Methode gehört und wie ich in meinem Kommentar schon ausgeführt habe, erschließt sich mir auch der "Sinn" dieser Methode nicht, ausser das sie enorm zeitaufwendig ist. Im übrigen hat Frau Gercke ja bei Champagnerküsschen auch diese Methode angewendet. (nur mit anderen Autoren).
    Die Belehrung über die Urheberrechte, empfinde ich einfach als äußerst dreist.
    Einen Fehler zu machen, ist eine Sache aber nun die Menschen für dumm zu verkaufen und nicht dazu zu stehen, ist eine andere...
    Was den Kommentar auf ihrer Website betrifft: Ich hatte denselben Kommentar, den ich hier gepostet habe, auch dort gepostet aber er wurde nicht freigeschaltet...

    Herzliche Grüße Katja

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  6. ja, je länger ich darüber nachdenke, um so mehr ärgere ich mich über das oberlehrerhafte getante bezüglich der Urheberrechte. Aber ich werde jetzt mal die "Platzhalter-Methode" testen. Bin gespannt, was dabei herauskommt. Ich glaube neudeutsch nennt man das gesamplet.

    Oder wars gehegemannt?

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  7. (ich hab 's rumgeholt ;-) )

    Hallo Sia,

    zuerst - ich wünsche Dir, Deiner Familie und allen Lesern und Leserinnen Deiner Seite alles in Worte zu fassende Gutes und Friedliches für die bevorstehenden Festtage und alle Tage danach.

    Mit wahrhaft tiefem Frieden im Herzen bin ich allerdings gestern durch ein paar Klicks auf die Seite der oben Genannten gelandet und seither wirklich fassungslos.

    Hatte ich bisher nur die Frage auf den Lippen, wieso jemand überhaupt auf die Idee kommt, von anderen etwas zu nehmen und es als Eigenes zu verkaufen, bin ich nun .... (mir fehlen wirklich noch die Worte)

    Ob sich die Rechtsanwaälte gerade einigen oder nicht, bekommt in der Ansage einen sehr grossen Stellenwert. Dabei ist gerade das nur für M.G. wichtig.

    JEDOCH:

    Die offizielle Erklärung, Entschuldigung und die- an uns alle gerichtete- Belehrung der M.G. ist für mich so etwas wie eine persönliche Beleidigung meines Verstandes.

    Der Öffentlichkeit -und damit auch uns Autoren- etwas von Platzhaltern aus fremden Werken zu erzählen und das mit der Belehrung zu verbinden, wir sollten in Zukunft alle die Ursprungsrechte ernst nehmen - ist nicht mehr nur grenzwertig, sondern unverschämt.

    ich bin gerade dabei- selbst einen Artikel für meinen Blog zu schreiben- und lade Dich gern ein- in den nächsten Tagen dort vorbei zu schauen.

    herzlichste Grüsse
    charlotte

    Nachtrag: Zwischendurch geschehen -
    http://www.spiegel-bilder.biz/blog/2012/wissenswertes-des-wissens-wertes-furs-wissen-wertes-wissenswerte-und-andere-unwesentliche-unmoglichkeiten/

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  8. Schaut mal hier:

    http://www.buchmarkt.de/content/53460-martina-gercke-verkuendet-einigung-ueber-ihr-plagiat-aber-random-house-weiss-von-nichts.htm

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    1. habe ich schon betroffen zur Kenntnis genommen und unter dem Eintrag von heute verlinkt.

      lg, Sia

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