Sonntag, 9. Dezember 2012

Sprechblasen

gibts nicht nur in Comics. Gerade habe ich wieder eine entdeckt: 

"In der Funktion als Manager verantwortete er Transformationsprojekte für Industriekunden und wurde zum Ansprechpartner für Vorstände und Entscheider." (gefunden auf Amazon.de)

Sie dürfen raten, was macht der Autor dieser Zeilen beruflich? Jawoll. Er ist Berater. Es gibt derzeit keinen Berufsstand, der inhaltlich so undefiniert ist, wie "Berater". Ich glaube, er hat den übel beleumundeten "Manager" mittlerweile abgelöst.
Es gibt sie wie Sand am Meer. 
Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Hinz, Kunz, Hans und Franz kann sich "Berater" auf die Visitenkarte drucken lassen und auf Kundenfang gehen.
Wenn ich höre, dass sich jemand "Berater" nennt, dann denke ich: Ja. Wer nichts wird, wird Wirt. Und wer nichts kann, wird Berater.

Draußen schneits wie wild, es ist der zweite Advent und ich sabbel über Berater und ihre Sprechblasen. Wissen Sie warum mir das heute so auf die Nerven geht? Weil ich hier ein Schreiben eines Beraters liegen habe, auf das ich dringend reagieren müsste. Und das mich schon seit drei Wochen nervt. Einfach durch den Umstand, dass es hier liegt und eine Reaktion von mir erwartet.

Papier ist geduldig. Und unangeforderte Schreiben können mich mal. Ich mach mir jetzt einen Tee, genieße das Wetter und lese. Oder verpacke Geschenke. Oder vielleicht schreibe ich auch mal wieder. Auf jeden Fall beschäftige ich mich jetzt nicht weiter mit Menschen, die sich "Berater" nennen und eigentlich, wenn sie ihren Job gut machen würden, eher "Analysten" nennen müsste. Denn vor der Therapie kommt immer erst die Befunderhebung ... Das ist nämlich der Kern der Angelegenheit. Wenn man nicht richtig analysiert, behandelt (berät) man an der Krankheit (Unternehmensmisere) vorbei ...

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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