Donnerstag, 3. Januar 2013

Ulla Berkéwicz-Unseld

Ist die Chefin des Suhrkamp Verlags. Oder aber die gewesene Chefin. Das weiß man noch nicht so genau.

Seitdem ich im Berliner Speckgürtel lebe und Leserin der Berliner Zeitung wurde, habe ich die Geschichten im Feuilleton um den Suhrkamp Verlag (auch hier zu lesen: Spiegel) verfolgt. Eigentlich entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, denn das Feuilleton lese ich eher selten, und wenn, dann meist mit zugekniffenem Hintern. 
#Feuilleton-Modus-An#Zu oft ärgere ich mich über die geschwollenen Tiraden der kunstbeflissenen von und zu Möchtegerns, die sich ausschließlich im eigenen Kunst-Universum bewegen und das Leben nur im Rahmen der schmalen Grenzen ihrer jeweiligen Projekte erahnen.#Feuilleton-Modus-Aus#

Aber in Ermangelung von Zeit (Baby-Alarm) für größere Leseprojekte wie ein Buch habe ich während dieser Baby-Zeit die Tageszeitung genauestens studiert. Und bin bei dem Suhrkamp-Thema hängen geblieben. Es hat mich fasziniert, wie sich da bekriegt wurde.
Verstanden habe ich den gesamten Zusammenhang  trotz aller Bemühungen nicht. Wie auch. Mir fehlen die wesentlichen Details der ganzen Suhrkamp-Geschichte. Als Szenegänger würde ich es wahrscheinlich wissen - aber das bin ich eben nicht. Es gab gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Sohn, mit anderen Anteilseignern und wieder anderen Anteilseignern. Schriftsteller, die sich gegen die Verlagsleitung wenden, andere, die sie loben.

Auch heute stand wieder ein Artikel über die verfahrene Situation des Verlags in der Zeitung, und ich versuche noch immer redlich mir ein Bild zu machen. Aber es will mir nicht gelingen. Ich würde gern Partei ergreifen. Aber ich weiß nicht für (oder gegen) wen. 
Frau Berkéwicz-Unseld scheint machtbewusst zu sein. Das ist ein Umstand, der viele ebenso machthungrige Männer bösartig werden lässt. Das deckt sich mit mancher meiner Erfahrungen und spricht meine Solidarität als Frau an. Und ein enterbter (Stief-)Sohn könnte sein übriges für den schlechten Ruf der Stiefmutter getan haben - und letztlich vielleicht auch nur das Erbe im Kopf gehabt haben.
Oder ist die Dame das personifizierte Böse, eine, die über Leichen geht, eher den Verlag als den Gatten liebte und von vornherein nichts anderes im Sinne hatte, als am Ende alles zu besitzen und zu bestimmen?

Das Ganze hat was von Schmierenkomödie und ich werde es sicher nicht ergründen können. So sehr ich mich mühe, es wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Aber da geht es mir genauso, wie mit dem Textauszug aus "Überlebnis", von Frau Berkéwicz-Unseld, die als Autorin hochgelobt wurde. Ich versteh es nicht. Ich finde die Sprache albern, gestelzt und in hohem Maße genussfeindlich.

Wahrscheinlich bin ich einfach zu basic. Die höheren Sphären kulturellen Schaffens werden mir verschlossen bleiben.

Bisher habe ich sie auch noch nicht vermisst.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia


1 Kommentar:

  1. Ich habe neulich im Wartezimmer einen halbseitigen FAZ-Artikel zum Thema komplett gelesen und auch nur gemerkt, dass ich keine Ahnung habe. Aber macht nix, wir haben ja unsere Soap um Martina Gercke ;-)

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