Dienstag, 5. Februar 2013

Autobahn

Es ist unglaublich. Es regnet Bindfäden. Es ist dunkel, obwohl es nach der Uhrzeit hellichter Tag sein müsste. Ein graues Unterfangen ist das Leben in diesem Regen. Bin ich froh, dass ich kein Bauarbeiter bin. Allein der Gedanke daran lässt mich frösteln. Da rutsch ich gleich noch ein Stückchen näher an den Ofen, der leise knackt und gemütliche Wärme verbreitet.
Gestern war ich auf der Autobahn unterwegs. Im Regen. Im grauen Nebelschleier. Plötzlich, in einem Tunnel, ragt hinter mir etwas Dunkles, Bedrohliches auf. Im Rückspiegel sehe ich es näher kommen, die Spuren wechseln - ein Auto. Ohne Beleuchtung.

Wie bescheuert muss man sein, auf der Autobahn bei diesem Wetter ohne Licht unterwegs zu sein? Und spätestens im Tunnel muss es einem doch auffallen, dass es irgendwie Beleuchtungstechnisch suboptimal ist, oder?
Aber das war leider nicht der einzige Unbeleuchtete an diesem Tag. Ohne die "Einäugigen", die gestern Ausflugstag gehabt haben müssen, waren mindestens zehn Autofahrer völlig ohne Licht unterwegs. Obwohl ich Bevormundung hasse, gibt es Momente, in denen ich denke: Ja. Das Auto sollte selbsttätig Licht einschalten, wenn man zu dusselig ist, und es vergisst. Oder meint, es nicht nötig zu haben.
Ich bin vor Jahren regelmäßig durch ein Waldstück gefahren. Selbst bei strahlendem Sonnenschein wurde es in diesem Wald dunkel. Es war schon ein Automatismus, dass ich bei Einfahrt in die Schneise den Lichthebel umgedreht habe. Die Strecke war eine beliebte Überholstrecke. Leider nicht immer gleich gut einzusehen und sehr stark frequentiert von LKWs. Zwischen den Bäumen konnte man die entgegenkommenden Autos nicht so gut erkennen, wohl aber die, die mit Licht fuhren. Ich bin der festen Überzeugung, dass mir das Fahren mit Licht mindestens einmal das Leben gerettet hat.

So, und jetzt setzte ich mich vor den Ofen und lasse mich vom warmen Licht der Holzscheite bestrahlen. Das Beste, was man an so einem verregneten grauen Wintertag tun kann - jedenfalls dann, wenn man nicht zu einem Grog greifen will ...

bis dahin, liebe Grüße, Ihre Sia

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