Mittwoch, 20. Februar 2013

Milchreis

Ein Drama in drei Akten.

Gestern wollte ich mein krankes Kind verwöhnen. Neben der allgemeinen Zuwendung (schmuuuusen, Mama!) gibt es natürlich noch Lieblingsessen. Eins der "Gute-Laune-Essen" für mein Kind ist Milchreis mit Zimt und Zucker.

Nein. Es gibt Tage, da sollte man keinen Milchreis kochen. Heute weiß ich, warum ich gestern zwei linke Hände in der Küche hatte: ich habe heute Fieber. Mein krankes Kind hat mich angesteckt. Wahrscheinlich haben wir zuviel geschmuuuuuust ...

Mein Milchreis gestern war ein Reinfall. Total. Zuerst habe ich die Milch auf dem Herd überkochen lassen. Und zwar nicht nur ein bisschen, nein. Der Herd war komplett überflutet. Dabei stand ich daneben und habe es kommen sehen. Ich war nur nicht im Stande, meine Handlungen entsprechend darauf einzustellen. Ziemlich dämlich.
Okay, also das war der 1. Akt. Ich habe den Topf vom Herd genommen, die noch vorhandene Milch in meinen Microwellentopf gegeben,  Milch nachgefüllt und ab damit in die Mikrowelle. Den Reis hatte ich abgewogen und in ein Schüsselchen gefüllt. Und bemerkt, dass ich zwei Vorratsdosen mit Milchreis befüllt hatte. Im Zuge des Abwiegens habe ich also gleich den Inhalt dieser Dosen zusammengekippt. Fatale Idee. Aber das wusste ich erst hinterher.
Der Herd sieht aus wie Sau und ich beginne vorsichtig, die Milch wegzuputzen. Vorsichtig deshalb, weil die Platte noch verdammt heiß ist.
In der Zwischenzeit dümpelte mein Milchreis in der Mikrowelle vor sich hin. Rausnehmen, umgerührten, ein schwarzes Korn entfernen, wieder rein. Diesmal mit Deckel. Sollte ja schnell gehen, Kind hatte Hunger. Hm. Mit Deckel ... nochn Fehler. Aber das wusste ich erst hinterher.
Ich räume die Vorratsdosen weg und putze noch immer den Herd. In der Zwischenzeit kocht mein Milchreis in der Mikrowelle über. Die Mikrowelle steht unter Milch. Ich fluche. Nehme die Mikrowellenkanne heraus und fluche noch mehr. Vorsichtig versuche ich den Drehteller, der voller heißer Milch ist, aus der Mikrowelle zu nehmen. Leider fange ich an zu zittern und verschütte die Hälfte der Milch, die sich über den Kühlschrank (auf dem die Mikrowelle steht) und den Boden verteilt. Ich fluche.
Das war der 2. Akt.
Ich fülle den halbgaren Milchreis in einen anderen Topf. Reinige den Kühlschrank und den Boden notdürftig. Nehme mit einem Spülschwamm den größten Teil der Milch auf dem Drehteller auf, bevor ich ihn ein zweites Mal versuche aus der Mikrowelle zu nehmen. Ich wasche ihn ab und reinige die Mikrowelle.
Dann habe ich überlegt. In welchen Topf packe ich jetzt den Milchreis? Wasche ich die Mikrokanne, oder kann ich auch ne andere Schüssel nehmen? Bei diesen Gedanken stehe ich so vor dem mageren Ergebnis meiner bisherigen Kochversuche, schaue in den Topf und denke: "Hm. Da ist ja noch so ein schwarzes Reiskorn." Ich entferne es. Und finde noch eins. Und noch eins.
Das kommt mir komisch vor.
Ich hole mir die Dose mit dem Reis aus dem Schrank. Sieht harmlos aus. Ich schütte ihn um. Zwischendrin finde ich immer wieder kleine schwarze Punkte, aber sie verschwinden ständig. Und dann rühre ich etwas. Und finde eine Made.
Das war der 3. Akt.

Das Ergebnis: drei Töpfe verdreckt, ein Herd und eine Mikrowelle und ein Kühlschrank zu putzen, den Küchenboden selbstverständlich auch. Zwei Packungen Milchreis entsorgen (die ich ja vorher noch zusammengekippt hatte ...), Vorratsdosen reinigen, den halbgaren Milchreis entsorgen und den Mülleimer sofort leeren.
Und kein Lieblingsessen fürs Kind.

Tage wie diese braucht kein Mensch.
Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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