Mittwoch, 6. März 2013

Titelsuche und Coverideen

Wenn man sich die aktuellen (E-Book) Bestseller bei Amazon anguckt, dann muss der nächste Buchtitel zwingend eine Obstsorte, eine Jahreszeit oder mindestens das Adjektiv "plötzlich" enthalten. Und das Cover muss zwingend in irgendeiner Quietschfarbe eingefärbt sein. Also rosa, mit roten Schleifchen oder so ähnlich. Könnte auch knatschgrün oder himmelblau sein. Hauptsache, die Farbe schreit einen an: ich bin ein Frauenbuch! Leicht und unterhaltsam! ChickLit!
Alternativ muss eine Frau, selbstgemalt oder so aussehend, mit bunten Klamotten im 50iger Jahre Stil draufgemalt sein. Ich kanns nicht mehr sehen. Ehrlich. Bald ist es auch egal, ob der Inhalt nett ist, oder nicht, dann wird es genauso peinlich so ein Buch in Händen zu halten, wie diese öden Nackenbeißer-Titel, auf denen die hingegossene Blondine von einem muskulösen Schönling gehalten wird.

Okay, okay. Ich habe mich bei meinem nächsten Buch schon von Titelvorstellungen wie "Sachsenskat, Bayernlotto und Hessen-Halma" verabschiedet. Auch wenn das als Nachfolger von "Rheingau-Roulette" durchaus passen könnte. Das Lektorat hat nein gesagt. Auf gar keinen Fall. Okay, ich beuge mich. Aber muss ich wirklich meine Seele verkaufen und meinen Titel und das Cover dem Käuferwillen anpassen?  Marketingstrategen werden "Ja" sagen. Oder mir empfehlen, einen Trend zu kreieren. Ne. Dazu eigne ich mich nicht. Ich bin keine Trendsettern. Völlig unbegabt auf dieser Ebene.

Wenn meine Lektoren den Eintrag hier lesen, werden sie die Hände über den Köpfen zusammenschlagen. Sie warten ungeduldig auf die nächsten Seiten und ich dümpel hier mit so sinnlosen Fragen wie Cover und Titel rum, wenn das Werk noch nicht mal fertig, geschweige denn vom Lektorat abgesegnet wurde.
Sorry. Aber wenn ich nicht schreiben kann, dann will ich wenigstens etwas anderes Sinnvolles tun. Ich höre ja nicht auf über den Plot nachzudenken, wenn ich einfach zwischendurch ein bisschen etwas anderes mache. Nehme ich wieder eine Szene aus dem Buch? Hm. Fällt mir momentan nur Stacheldraht ein. Ob das ein guter Titel ist?
Titel darf man ja nicht so früh bekannt geben, sonst können sie geklaut werden, wenn man sie nicht rechtzeitig schützt. Doch, wirklich, es gibt Titelschutzanzeiger, bei denen man auch tunlichst vor Veröffentlichung nachsehen sollte, ob der gewählte Titel nicht vielleicht schon vergeben ist. Könnte teuer werden, wenn man sich was aussucht, was schon in Gebrauch ist.

Ich glaube, ich gehe mal in den Keller. Etwas aufräumen. Immerhin will ich am Samstag mal wieder auf den Flohmarkt, da muss ich noch etwas vorsortieren. Schöne stupide Arbeit. Dabei fällt mir vielleicht noch was Gutes zum Thema Titel, Cover oder Plot ein.

Liebe Grüße, Sia

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