Mittwoch, 26. Juni 2013

Chaos

in den Manuskripten.

Ich habe die letzten Tage versucht, meine Manuskript-Stapel zu ordnen. Oh. Es ist ein Grauen. Ich kann mich kaum trennen. Sollte ich die ollen Mappen mit den Korrekturen aufheben? Oder wegwerfen? Gestern Abend dachte ich noch: Wegwerfen. Heute morgen höre ich mit einem Ohr die Müllabfuhr, die gerade den Papiermüll entsorgt. Zu früh für mich. Also zu spät, um dem Impuls der Entsorgung nachzugehen. Und was passiert? Genau. Ich entscheide mich dafür, sie doch noch aufzuheben.

Und dann sitzt die geordnete Version von mir auf meiner rechten Schulter und stöhnt laut: "Mann oh Mann. Besser gesagt, Frau! Wie kannst du nur. Wieviel von dem Zeug willst du denn noch aufheben? Deine Regale sind so voll, dass du das Zeug davor schon stapeln musst. Und du brauchst es doch auch gar nicht mehr. Das Ding ist veröffentlicht."

Auf meiner linken Schulter sitzt die Chaosqueen und knerbelt (hessischer Ausdruck für Nörgeln): "Aber du kannst das doch nicht einfach so wegwerfen. Stell dir vor, dein Rechner raucht ab. Oder Amazon erlebt einen Hacker-Angriff und dein Buch ist flöten. Oder du wirst doch noch berühmt und so ein Manuskript kann dann von deinen Erben teuer verscherbelt werden!"

Und ich? Ich hocke dazwischen und denke: Ihr könnt mich mal, alle beide. Ich speicher die Datei auf einer CD und dann haue ich zwei der vier Korrektur-Versionen in die Tonne. Das Altpapier wird in vier Wochen wieder abgeholt. Bis dahin kann ich mich noch zwanzig Mal umentscheiden und bei Bedarf in der Papiertonne nach alten Manuskripten suchen ...

Liebe Grüße, Sia

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