Donnerstag, 29. August 2013

Geschichten und Zeiten

Ich bin der festen Überzeugung, dass es für manche Bücher nur bestimmte "Zeitfenster" gibt. Bücher, die man zu einem für einen persönlich aktuellen Thema liest, die man mag, aber die man nach diesem Zeitfenster nie wieder anschaut - bestenfalls nur positiv in Erinnerung behält. 

Dann wiederum gibt es Zeiten, in denen man lesen könnte, aber keine Muße dafür aufbringen kann. Lesen bedeutet nämlich auch immer, sich die Zeit zu nehmen auf innere Wanderschaft mit der Geschichte zu gehen.

Und es gibt diese Momente, in denen man in eine Geschichte so vertieft ist, dass man für alles andere keine Zeit hat.

Mein Sohn und ich hatten heute Morgen Streit. Ich wollte, dass er seine Socken anzieht. Er wollte lesen. Es eskalierte. 

Nach fünfminütiger stummer Autofahrt waren wir beide wieder auf normaler Betriebstemperatur angekommen. Ich habe mich während der Fahrt erinnert, dass es mir als Kind bei spannenden Geschichten einfach egal war, was um mich herum passiert. Ein Umstand, der mich auch heute noch ergreift, wenn ich ein wirklich tolles Buch lese.
Und mein Sohn hatte sich in die Situation ergeben. Sport ohne Socken in den Turnschuhen geht einfach nicht.  Auch nicht, wenn Asterix und Obelix gerade wieder einen dusseligen Römer verhauen.

Bis dahin, liebe Grüße, Sia

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